Nach Explosion: Abfall wird umgeleitet

Von Sandro Zulian
Abfall wird mit der grossen Greifzange in den Ofen geschaufelt.
Abfall wird mit der grossen Greifzange in den Ofen geschaufelt. © Tagblatt/Susann Basler
Nachdem es heute Montag im Kehrichtheizkraftwerk der Stadt St.Gallen zu einer Explosion gekommen ist, kann der anstehende Abfallberg nicht mehr verarbeitet werden. Der Güsel muss jetzt Umwege machen, bleibt aber im Kanton. 

“Der Abfall bleibt in der Region”, sagt Marco Sonderegger von der Entsorgung St.Gallen. Die Stadt ist im Verbund thermischer Anlagen Ostschweiz. “Wir haben das grosse Glück, dass wir die Abfallströme nach Buchs transferieren dürfen.” Ein solcher Transfer komme beispielsweise auch vor, wenn eine der Verbrennungsanlagen im Verbund Bauarbeiten zu verrichten hat und dementsprechend weniger oder gar kein Abfall mehr verbrennen kann. “Die Sammelfahrzeuge der Stadt St.Gallen sind bereits nach Buchs gefahren.”

Ende des Ausfalls noch nicht absehbar

Die Entsorgung St.Gallen setze alles daran, so schnell wie möglich wieder den Regelbetrieb aufnehmen zu können. “Eine Prognose ist derzeit aber sehr schwierig. Wir müssen erst wissen, welche Defekte vorliegen”, sagt Sonderegger. Mit dieser Analyse seien die Mitarbeiter nun beschäftigt.

“Wir schaffen das”

“Für uns ist das ein schlimmes Ereignis”, so Sonderegger. “Es tut weh.” Verschiedene Hebel müssten in Bewegung gesetzt werden, wenn eine Anlage dieser Grösse stillstehe. “Unser eigenes Personal strengt sich extrem an, das habe ich heute gespürt.” Das sei keine Arbeit, die man während den Dienstzeiten üben kann. “Wir können das bewerkstelligen.” Sie seien weder die Ersten, noch die Letzten, die mit so einem Schaden zu kämpfen hätten. “Wir bringen das über die Bühne. Ganz sicher.”

In der Kehrichtverbrennungsanlage im St.Galler Sittertobel ist es heute zu einer folgenschweren Verpuffung gekommen. Durch diese und den anschliessenden Brand brach unter anderem ein Sicherheitsglas im Kommandoraum. Von diesem Raum aus werden die Arbeiten in den Gruben und Verbrennungsöfen koordiniert und überwacht. Insgesamt wurden fünf Männer verletzt.

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