Tod in Strafanstalt Gmünden geklärt

Die Strafanstalt Gmünden in Niederteufen. (Archiv)
Die Strafanstalt Gmünden in Niederteufen. (Archiv) © TAGBLATT/Michel Canonica
Am 1. August starb in der Strafanstalt Gmünden ein Südafrikaner. Nun ist die Todesursache geklärt: Der Gefangene starb an einer Überdosis Morphin. 

Über die Todesursache wurde rege spekuliert. So war die Rede davon, das Gefängnispersonal sei mitschuldig am Tod des 25-jährigen Südafrikaners. Dem Häftling sei trotz starken Schmerzen verweigert worden, zum Arzt gehen zu dürfen. Die Staatsanwaltschaft dementierte die Vorwürfe. Der Gefangene sei nie in einer unmenschlichen Arrestzelle gewesen, auch von einer Krankheit habe man nichts gewusst.

Morphin durch Nase geschnupft

Nach einer Untersuchung des Instituts für Rechtsmedizin in St.Gallen und polizeilichen Ermittlungen ist die Todesursache geklärt. Der Verstorbene habe Morphin durch die Nase geschnupft. Nach der Einnahme wirke der Stoff schnell, es komme rasch zur Überdosierung.

Zellennachbar hat Drogen verabreicht

«Anhaltspunkte für eine Dritteinwirkung bestehen keine», schreibt die Staatsanwaltschaft Appenzell Ausserrhoden in einer Mitteilung. Der Zellennachbar müsse sich wegen der Abgabe von Drogen verantworten. Dieser werde nach einer langjährigen Heroinsucht mit einem Ersatzpräparat behandelt.

Wegen mehrfachem Raub in Haft

Der Südafrikaner war während mehrerer Monate in der Strafanstalt Gmünden inhaftiert. «Der Verstorbene beging mehrfachen Raub», so Joe Keel, Leiter Justizvollzug des Kantons St.Gallen, über die Strafe. Im Oktober 2015 verschickte die Polizei die Meldung, dass ein damals 24-Jähriger eine Kiosk-Kassierin bedroht und Geld gestohlen hatte. Offenbar beging der verstorbene Südafrikaner die Tat: «Man kann 1 und 1 zusammenzählen», sagt Keel.

(red)


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