Wird “dreckiger” Schmuck aus China an den Frühlingsjahrmarkt geschmuggelt?

Armando Zanella setzt auf sauberen Schmuck, der rückverfolgbar ist.
Armando Zanella setzt auf sauberen Schmuck, der rückverfolgbar ist. © FM1Today/rar
Das St.Galler Amt für Verbraucherschutz deckte in den letzten Tagen auf, dass rund ein Drittel des kontrollierten Jahrmarktschmucks mit Schwermetallen belastet war. Am St.Galler Frühlingsjahrmarkt regt sich jetzt Widerstand und ein Insider packt aus.

“Mit so einer Aktion kommen die Schmuck-Betrüger endlich ins Schwitzen”, sagt Armando Zanella, Schmuckhändler an der. Zanella handelt seit einigen Jahren mit Schmuck. Er ärgert sich über das Treiben der kritisierten Schmuckhändler. Das St.Galler Amt für Verbraucherschutz veröffentlichte anfangs Woche eine Mitteilung, dass Jahrmarkts-Modeschmuck mit Schwermetallen belastet sei (FM1Today berichtete). Dass dieser Schmuck durch unseriöse Wege an die Marktstände gelangen, wird immer wieder vermutet. Es könne nicht sein, dass gewisse Standbetreiber ihre Ringe, Ketten und Bändeli in China kaufen und billig “vertschutten”, enerviert sich Zanella.

“Dreckiger” Billigschmuck per Rucksack aus China  geschmuggelt

Bei seinem Schmuck setzt Zanella auf Qualität: “Alle meine Silberringe tragen eine Verantwortlichkeitsmarke auf der Innenseite, mit der ich den Leuten die Herkunft garantiere.” Er legt grossen Wert auf Transparenz und Qualität bei seinem Schmuck: “Ich gehe selber zu den Produzenten und suche meine Ware aus. Dann lasse ich alles über die Zollstelle für Edelmetalle prüfen, damit ich eben keinen Ramsch verkaufe.” Bei gewissen anderen Händlern, die ihren Schmuck an hiesigen Jahrmärkten anpreisen, sehe die Sache anders aus. Ein Experte in der Szene, der unerkannt bleiben möchte, erzählt FM1Today, woher der “dreckige” Schmuck kommt: “Ich kenne Händler, die ihre Ringe, Ketten und Colliers aus dreckigen chinesischen Buden einfliegen lassen oder sie sogar selber holen. Sie schmuggeln die Ware dann im Rucksack über die Grenze und erzählen hier, es sei echtes Silber”, erzählt der Mann. Es sei ein lukratives Geschäft:  “Mit billiger Ware lässt sich grosses Geld verdienen.” Dass solche Ware in den Auslagen der St.Galler oder gar Ostschweizer Jahrmärkte landet, will er seit Langem beweisen. Auch dem Schmuckhändler Zanella sind die “Rucksack-Schmuckhändler” ein Dorn im Auge: “Das ist Betrug und zudem noch schädlich für die Kunden!” Er macht sich vor allem Sorgen um Kinder: “Da bekommt ein Mädchen von der Grossmutter ein Ketteli und dann hat es schädliche Schwermetalle drin – unvorstellbar!”

Händler wissen oft selbst nicht woher die Ware kommt

Der stellvertretende Kantonschemiker Klaus Luczinkski rät Kunden zur Vorsicht: “Wenn Schmuck das Allergen Nickel enthält, gibt es das an den Körper ab und das ist durchaus schädlich.” Man habe beim Test am Herbstjahrmarkt einige Stücke gefunden mit schädlichen Metallen, aber von Verzeigungen abgesehen: “Die Händler wussten zum Teil selber nicht genau, woher die Schmuckstücke kamen.” Es seien oft einige Zwischenhändler involviert und deshalb sei die Rückverfolgbarkeit oft nicht eindeutig gewährleistet. Er rät den Kunden sich zu informieren: “Ein seriöser Händler gibt Auskunft über die Herkunft und das Material.”

(rar)

FM1Today/rar

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