700 Arbeiter verschönern das Kinderdorf

Von Laurien Gschwend
Bauarbeiter für einen Tag – dieses Team kümmert sich um die neue Feuerstelle.
Bauarbeiter für einen Tag – dieses Team kümmert sich um die neue Feuerstelle. © FM1Today/Laurien Gschwend
Openair-Schulzimmer, Planschbecken, Spielplätze: 700 Bauarbeiter haben das Kinderdorf Pestalozzi in Trogen «überfallen», um es an einem Tag auf Vordermann zu bringen.

Das Kinderdorf Pestalozzi gleicht am Donnerstag dem Drehort eines TV-Formats wie «Einsatz in vier Wänden» oder «Zuhause im Glück». An jeder Ecke wird gehämmert und gefräst – in nur einem Tag entstehen neue Spielplätze, ein Openair-Schulzimmer im alten Pool, Sitzgelegenheiten und eine Feuerstelle. 38 Projekte nehmen die Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter in Angriff.

Die 1400 helfenden Hände werden der Trogener Stiftung vom Schaaner Werkzeughersteller Hilti zur Verfügung gestellt. 550 Büroangestellte, Forscher und Entwickler aus Vorarlberg, Süddeutschland und Liechtenstein «krampfen» für einmal nicht im Büro, sondern auf dem Bau. Unterstützung erhalten die Laien von einer Gossauer Gartenbaufirma und Profis in der Spielplatz-Gestaltung.

«Logistisch war es eine ziemliche Herausforderung, alle Bauarbeiter nach Trogen zu bringen und sie mit Werkzeug, Schutzbrillen und Handschuhen auszustatten», sagt Jahangir Doongaji, Mitglied der Hilti-Konzernleitung. Er sei erleichtert, wenn alle 700 Leute am Abend ohne Verletzungen wieder nach Hause fahren können. Der Transport geschieht in 16 Cars.

Jahangir Doongaji ist stolz auf seine Bauarbeiter. (Bild: FM1Today/Laurien Gschwend)

«Ein Ameisenhaufen»

Architektin Karianne Christensen spricht von einem «fröhlichen Ameisenhaufen», wenn sie an die 700 Bauarbeiter denkt. Die Frauen und Männer stehen sich aber nicht gegenseitig auf den Füssen herum – jede und jeder hat sich seine eigene Aufgabe geschnappt. «Uns war es wichtig, genügend Projekte zu haben, wenn die Hilti-Leute vorbeikommen», sagt die Leiterin des Bereichs Liegenschaften im Kinderdorf Pestalozzi.

Christensens liebste Neuerungen: ein Planschbecken, wo die Kinder «götschen» können, eine riesige Schaukel und Hängematten aus Blachen der Feuerwehr. «Hinzu kommen Unterhaltsarbeiten, die wir auf der Pendenzenliste hatten. Es werden Hauswände gestrichen, Bäume gepflanzt und Bodenbeläge ausgebessert.»

Kinder sind am Donnerstag fast keine anzutreffen. «Aus Sicherheitsgründen kommen sie erst am Freitag oder Montag wieder zurück. Ich hoffe, dass sie die neuen Dinge so cool finden, wie wir es tun», sagt die Architektin.

Karianne Christensen (Mitte) hat ihr Team im Griff. (Bild: FM1Today/Laurien Gschwend)

Musik und Zelte wie am Festival

Eine Hilti-Mitarbeiterin hat einen besonderen Job gefasst: Sie unterhält ihre arbeitenden Kolleginnen und Kollegen über das Baustellenradio und liefert von Zeit zu Zeit Updates zum Umbau. Ist sie gerade nicht am Mikrofon, ertönt laute Musik – mal ist es Schlager, mal sind es aktuelle Hits oder welche aus den 80ern. «Die Stimmung ist ein bisschen wie an einem Openair», sagt einer der Bauarbeiter. An ein Festival erinnern indes auch die riesigen Zelte, welche der Baukonzern aufgestellt hat, damit sich die Angestellten verpflegen können.

Nicht alles erledigt

Der Baubedarf im Kinderdorf sei nach dem Besuch der 700 Helferinnen und Helfer nicht vollständig gestillt, sagt Karianne Christensen. «Es gibt Arbeiten in den über 70-jährigen Gebäuden, welche die Laien von Hilti aus sicherheitstechnischen Gründen nicht ausführen können.» Zudem sei es zeitlich nicht möglich, ein Haus innerhalb eines Tages total zu sanieren. Es kommt also auch in den kommenden Jahren einiges an Arbeit auf Christensen und ihr Team zu – auf dem 80’000 Quadratmeter grossen Gelände der Stiftung stehen 24 Bauten.

Hier der TVO-Bericht vom Aktionstag:

 


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