«Baustelle zu eng für Krankenwagen»

Der Rettungsdienst darf auf der A13 bei St.Margrethen nicht überholen. (Archiv)
Der Rettungsdienst darf auf der A13 bei St.Margrethen nicht überholen. (Archiv) © KEYSTONE/Martin Ruetschi
Die Baustelle auf der Autobahn A13 zwischen Rheineck und St.Margrethen ist eng. So eng, dass ein Krankenwagen nicht überholen kann, bzw. gar nicht darf. Auch das Blaulicht dürfen sie nicht einschalten.

«Wir sassen im Car und waren auf der Autobahn A13 unterwegs», schreibt uns eine beunruhigte Leserin. «Hinter uns war ein Krankenwagen mit Blaulicht. Wegen der Baustelle zwischen Rheineck und St.Margrethen konnte der Krankenwagen nicht überholen, es war schlicht und einfach zu eng. So etwas darf doch nicht geschehen?»

Sanitäter müssen entscheiden

Solche Situationen sind für die Sanitäter keine Seltenheit, sagt Günter Bildstein von der Rettung St.Gallen. Aus diesem Grund erkundigt sich die Rettung ständig, welches die schnellsten Wege sind. «Hier helfen uns vor allem das Navi und natürlich auch die Ortskenntnisse der Mitarbeiter», so Bildstein. «Über Baustellen werden wir meist von Firmen oder Behörden informiert.» Je nach Situation entscheiden sich die Sanitäter dann für Alternativ-Routen. Wenn eine Baustelle für den Krankenwagen zu einer sehr grossen Behinderung wird, würden dies die Sanitäter der entsprechenden Gemeinde melden, dies komme aber nur selten vor.

Nicht überholen und kein Blaulicht

Für die Baustelle auf der Autobahn A13 gelten bei der Rettung St.Gallen besondere Regeln. «Rettungsfahrzeuge müssen sich auf der rechten Spur einsortieren, weil sie gar nicht an Lastwagen oder Cars vorbeikommen», sagt Günter Bildstein. «Sie dürfen nicht überholen, sollten auch das Blaulicht nicht einschalten, wie es in der geschilderten Situation offenbar passiert ist. Wegen des Blaulichts werden andere Verkehrsteilnehmer nervös und das Unfall-Risiko steigt.»

Verkehrsregeln einhalten

Der Zeitverlust, der wegen so einer Baustelle entsteht, ist laut Günter Bildstein nicht wahnsinnig gross. «Die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer und die der Rettungskräfte muss man in so einer Situation höher gewichten und sich der Baustelle anpassen. Ein Rettungswagen fährt ja auch nicht 200 km/h auf der Autobahn ohne Baustelle. Man muss sich an die Verkehrsregeln halten.» Am wichtigsten sind laut Bildstein die Notzufahrten bei den Baustellen, so dass die Sanitäter auch bei Stau gut zu den Patienten kommen. «Die Notzufahrten sind jeweils ein riesen Aufwand für das Bundesamt. Aus meiner Sicht wurde das bei der Baustelle auf der A13 gut gelöst».

(kov)


Newsletter abonnieren
5Kommentare
noch 500 Zeichen

HTML-Version von diesem Artikel