Bosman würde nicht mehr klagen

Der belgische Fussball-Profi Jean-Marc Bosman lächelte 1997 vor der Urteilsverkündung noch. Heute würde er nicht mehr klagen
Der belgische Fussball-Profi Jean-Marc Bosman lächelte 1997 vor der Urteilsverkündung noch. Heute würde er nicht mehr klagen © KEYSTONE/EPA DPA/ARNE DEDERT
Der frühere belgische Profi Jean-Marc Bosman hatte einst mit seiner erfolgreichen Klage vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) für eine Revolution auf dem Transfermarkt gesorgt.

Im Nachhinein betrachtet, würde er diesen Schritt nicht mehr machen. «Das Bosman-Urteil hat nicht nur meine Karriere, sondern auch mein Privatleben zerstört. Liebe, Zufriedenheit, Lebensqualität – alles weg. Es hat mich zu viel gekostet», sagte Bosman der «Bild»-Zeitung.

Die Last sei zu schwer zu tragen gewesen für einen einzelnen Menschen. «Ich habe mit dem Bosman-Urteil etwas geschafft, was kein Minister auf politischem Weg geschafft hätte. Dass ich danach von den Klubs als Verräter und wie der letzte Dreck behandelt wurde, hat mich tief getroffen», ergänzte der 54-Jährige.

Bosman hatte 1990 geklagt, weil er nach Vertragsende beim FC Lüttich zum französischen Zweitligisten Dünkirchen wechseln wollte. Die Belgier verlangten eine Ablöse von 800’000 Dollar, die der Zweitligist nicht bezahlen wollte. Daraufhin verweigerte Lüttich Bosman die Freigabe.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg erklärte schliesslich 1995 die bis dahin gültigen Transferregelungen und Ausländerbeschränkungen in den Mannschaftssportarten für nichtig. Seitdem dürfen Vereine bei Spielerwechseln innerhalb der Europäischen Union nach Ablauf des Vertrages keine Ablösesummen mehr verlangen.

(SDA)


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