Dem FCZ reicht ein Punkt

Gewohnt locker stand der FCZ-Trainer Ludovic Magnin den Medien an der Pressekonferenz in Leverkusen Red und Antwort
Gewohnt locker stand der FCZ-Trainer Ludovic Magnin den Medien an der Pressekonferenz in Leverkusen Red und Antwort © KEYSTONE/MELANIE DUCHENE
Mit einem Remis am Donnerstag bei Bayer Leverkusen könnte sich der FC Zürich bereits am 4. Spieltag der Europa League die Qualifikation für die K.o.-Phase sichern.

Der Gegner aus der Bundesliga präsentierte sich zuletzt als Wundertüte, die Krise ist noch nicht vorbei. 3 Spiele, 9 Punkte und 5:2 Tore lautet die makellose Bilanz des FC Zürich nach der Hälfte des Pensums der Gruppenphase der Europa League. Mit dem verdienten 3:2 vor zwei Wochen zuhause gegen den Gruppenfavoriten aus der Bundesliga setzte die Mannschaft von Ludovic Magnin ein Ausrufezeichen. «Dieser Sieg hat den Spielern gezeigt, was man gemeinsam erreichen kann.»

Auch im Rückspiel im Rheinland traut der ehemalige Spieler von Werder Bremen und dem VfB Stuttgart seinem Team etwas zu. Dass sie nicht einen Schulausflug nach Leverkusen machen werden, um Fotos zu schiessen und Leibchen zu tauschen, hatte er bereits vor dem Hinspiel angekündigt. «Viele denken, wir hätten das Fussballwunder nun ja bereits geschafft», sagte Magnin. «Aber wir wollen noch einmal eine Duftmarke für den Schweizer Fussball setzen.»

Der Cupsieger der letzten Saison ist in Fahrt gekommen. Aus den letzten sechs Pflichtspielen resultierten 18 Tore, die grosse Schwäche zu Saisonbeginn, das Toreschiessen, ist ausgemerzt. Der FCZ kassierte zwar in dieser Phase auch mehr Gegentreffer und liess in der Meisterschaft den einen oder anderen Punkt liegen, aus Sicht des Trainers stimmt seit dem 2:2 vor einem Monat in Thun aber die Entwicklung. «Wir sind unberechenbar geworden und können unterschiedliche Strategien umsetzen.» Ob viel Ballbesitz, hohes Pressing oder schnelles Umschaltspiel, der FCZ ist fähig, seine Taktik zu variieren und diese der Situation anzupassen.

Beim Auftritt in Leverkusen tut der Tabellendritte der Super League gut daran, aus einer gesicherten Defensive zu agieren. Das Konterspiel ist die grosse Stärke der Leverkusener, was nach dem Hinspiel in Zürich sowohl Werder Bremen (6:2) als auch Borussia Mönchengladbach (5:0) schmerzlich zu spüren bekommen haben. Am Samstag endete der kurzzeitige Höhenflug des mit grossen Ambitionen in die Saison gestarteten Klubs jedoch abrupt. Bayer verlor zuhause gegen Hoffenheim 1:4.

Die Kritik an Trainer Heiko Herrlich ist zwar etwas verstummt, doch die Krise nach dem schwachen Saisonstart ist bei Bayer nicht ausgestanden. «Leverkusen ist noch nicht so gefestigt, wie es den Anschein gemacht hat», sagte Magnin. Meistens dauere es mehrere Monate, bis eine Mannschaft nach einer solchen Krise wieder gefestigt sei. Dies wisse er aus eigener Erfahrung. Beim Tabellen-13. der Bundesliga wird zudem mit Karim Bellarabi der überragende Spieler der letzten Wochen fehlen. Der Doppeltorschütze des Hinspiels und siebenfache Torschütze in den letzten fünf Spielen leidet an einer Muskelverletzung.

Ein neuerlicher Ausrutscher gegen den Aussenseiter aus der Schweiz kann sich Leverkusen nicht leisten. Sonst würden die Diskussionen um Trainer Herrlich wieder aufflammen. Der FCZ hingegen hat nichts zu verlieren. Bereits ein Punkt würde zur vorzeitigen Qualifikation für die Sechzehntelfinals reichen. Und trennen sich Ludogorez Rasgrad und Larnaca im Parallelspiel erneut mit einem Unentschieden, hätte der FCZ sein erstes Saisonziel auch im Fall einer Niederlage schon erreicht.

Auch im Kampf um den Gruppensieg wäre ein Punkt gegen den Favoriten Gold wert, folgt danach doch das Heimspiel gegen Larnaca. «Wir sind nicht naiv und wissen, dass es schwierig wird», sagte Magnin. Trotz des Ausfalls von Bellarabi verfügt Bayer mit Leon Bailey, Julian Brandt, Kai Havertz und Kevin Volland über überdurchschnittlich viel Talent in der Offensive. Doch für Magnin ist klar: «Wir wollen beweisen, dass das Resultat des Hinspiels kein Zufall war.»

(SDA)


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