Der Fussball-Quickie auf Asphalt

Von Christoph Thurnherr
Die Mannschaften beim Romanshorner Strassenfussball sind wild zusammengewürfelt.
Die Mannschaften beim Romanshorner Strassenfussball sind wild zusammengewürfelt. © Carlo Zanetti
Ein junger Lehrer aus der Region bringt einen Trendsport aus Los Angeles nach Romanshorn. Mit Strassenfussball will er Brücken bauen. Schweizer Fussballprofis unterstützen seine Idee.

Strassenfussball ist anders als auf Rasen. Das Spiel auf dem Teer ist schneller, findet auf engstem Raum statt und dauert nur drei Minuten. Die technischen Fähigkeiten der Spielerinnen und Spieler sind dabei entscheidend. Das wird auch bei der ersten Ausgabe des Lake Constance Football im Hof des Romanshorner Pestalozzi-Schulhauses am vergangenen Wochenende deutlich. Man sieht viele Tricks, schnelle Manöver und den ein oder anderen Tunnel.

Das Spiel und auch die Idee dahinter lässt sich gut als Ball-Stafette beschreiben: Ein grossgewachsener Mann mit pechschwarzen Haaren im Real Madrid-Trikot zieht den Ball mit der Sohle rückwärts über den Teer. Eine Lücke tut sich auf, der Pass geht auf einen kleineren Typen im Italia-Dress, saubere Annahme, er legt quer – und ein Junge im Trikot des FC St.Gallen, vielleicht 12 Jahre alt, schliesst den Angriff ab. Die Mannschaften sind bunt gemischt, jeder darf mitspielen.

Import aus den USA

«Wir wollen die Jungs und Mädels der Region zusammenbringen, egal welchen Alters. Das Turnier soll ein kultureller Austausch sein», sagt Organisator Carlo Zanetti (26). Das hat am Wochenende in Romanshorn auch gut geklappt. Rund hundert Personen besuchten den Event, fünfzig haben mitgespielt.

«Es war wirklich cool», sagt Zanetti, der in Weinfelden und Kreuzlingen Lehrer ist. Die Idee, den Strassenfussball in der Heimat zu etablieren, hatte er bei einem Aufenthalt in Los Angeles: «Am Wochenende war ich jeweils oft am Venice Beach. Dort gibt es etwas ähnliches im Basketball- und Fussballformat. Ich habe dann den Spielmodus etwas angepasst.» Die zweite Ausgabe des Events in Romanshorn ist im Verlaufe des Oktobers geplant. Ab nächstem Frühjahr sollen die Turniere dann in regelmässigen Abständen von vier bis sechs Wochen stattfinden.

Der Veranstalter Carlo Zanetti hat die Idee aus den USA mitgebracht. (Bild: zVg/ Carlo Zanetti)

Prominente Unterstützung

Für den Strassenfussball können sich auch Profispieler aus der Region zu begeistern, zum Beispiel der Egnacher Michi Lang, der derzeit bei Borussia Mönchengladbach unter Vertrag ist. Er hat eine Videobotschaft ins Netz gestellt und wirbt für den Anlass:

Auch der 17-jährige FCSG-Abwehrspieler Leonidas Stergiou fordert zur Teilnahme auf:

Carlo Zanetti kennt die beiden gut: «Leonidas und Michi werden wahrscheinlich im Oktober auch mitspielen.» Sonst soll es nächstes Jahr bestimmt klappen.

Strassenfussball Lake Constance Football LCF
Im Gegensatz zu den gängigen Fussball-Turnieren meldet man sich beim ICF nicht als Mannschaft, sondern als Einzelspieler an. Die Teams werden willkürlich zusammengewürfelt. Ein Spiel dauert höchstens drei Minuten, es endet bereits bei einem Tor. Die Verlierermannschaft wird durch durch drei neue Spieler ersetzt. Die Gewinner bleiben zusammen, allerdings höchstens für fünf Spiele. Auf der Webseite von lcfootball wird eine Rangliste der Einzelspieler geführt. Man kann kommen und gehen, wann man will. Infos werden über Instagram kommuniziert.

(thc)

 


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