Der VAR-Eingriff war ein Fehlentscheid

Schiedsrichter Lionel Tschudi macht das Zeichen für den VAR.
Schiedsrichter Lionel Tschudi macht das Zeichen für den VAR. © KEYSTONE/Georgios Kefalas
Fehlentscheid oder nicht? Beim Super-League-Spiel gegen Luzern hat der VAR zu ungunsten des FCSG eingegriffen. Der Schweizerische Fussballverband hat die Szene analysiert – und räumt einen Fehlentscheid ein.

Nicht die gute St.Galler Defensive, nicht die verpassten Torchancen und nicht die neue Mannschaft waren am Samstag nach dem Super-League-Auftakt gegen den FC Luzern Thema. Es war der Video Assistant Referee (VAR), der zweifach zu ungunsten des FC St.Gallen eingegriffen hat.

VAR hätte nicht einschreiten dürfen

In der 16. Minute fiel FCSG-Stürmer Axel Bakayoko im Strafraum der Luzerner. Schiedsrichter Lionel Tschudi pfiff erst einen Penalty, konsultierte dann aber, nach dem Eingriff des Video Assistant Referees, die TV-Bilder. Nach dem Replay aus verschiedenen Winkeln revidierte Tschudi seinen Entscheid, es gab keinen Elfmeter für grün-weiss und zusätzlich eine gelbe Karte für Bakayoko wegen einer Schwalbe.

Nun hat der Schweizerische Fussballverband (SFV) die Köpfe zusammengesteckt und kommt gemäss einer Mitteilung zum Schluss: Der VAR hätte nicht eingreifen dürfen, weil es keine klare und offensichtliche Fehlentscheidung war. «In der 16. Minute in St.Gallen hätte der VAR nicht einschreiten sollen. Wir haben zwar diskutiert, dass es fachlich gesehen eher eine Schwalbe ist, aber die Fernsehbilder zeigen keine klare Seite, weder ein deutliches Foul, noch eine klare Schwalbe», sagt Daniel Wermelinger, Leiter Ressort Spitzenschiedsrichter. «Es handelt sich daher nicht um einen klaren und spielentschiedenden Fehler.»

(Quelle: SRF)

Zurücknehmen kann man den Entscheid nicht mehr, wie die Partie bei einem gegebenen Penalty ausgegangenen wäre, darüber kann nur spekuliert werden.

Zweiter Penalty wird wegen VAR gegeben

Auch der zweite Einsatz des Video-Schiris spielte den St.Gallern nicht in die Karten, dieser war aber deutlich weniger umstritten. Im eigenen Strafraum traf Torwart Stojanovic nicht den Ball, sondern den Kopf des Gegenspielers. Schiri-Entscheid nach der VAR-Analyse: Penalty für Luzern. Hier schreibt der SFV, das Konsultieren des VAR war völlig zulässig, da der Schiedsrichter hier kein Foul pfeift. Die Luzerner gehen dadurch kurz vor Schluss in Führung und gewinnen die Partie letztlich 2:0.

Grundsätzlich mit dem VAR zufrieden

Trotz des Fehlentscheides in St.Gallen ist der SFV mit dem Saisonauftakt und den ersten Spielen, bei denen der VAR im Einsatz war, zufrieden. «Klar haben wir Verbesserungspotential. Was aber sehr positiv ist, ist dass alles technische gut funktioniert hat. Wir haben die erste Runde sehr intensiv analysiert und festgestellt, dass der Grossteil sehr gut gelaufen ist», sagt Wermelinger.

Nach dem ersten VAR-Wochenende betont der SFV, dass der Video-Schiedsrichter nur eingreifen soll, wenn der Schiedsrichter offensichtliche Fehlentscheide tätigt. «Ich glaube, wir hatten am Wochenende viele extrem schwierige Spiele betreffend VAR gehabt.» In den kommenden Wochen werden die Schiedsrichter vertrauter im Umgang mit diesem neuen Tool, ob dies den Nutzen des zusätzlichen Unparteiischen mehr Zutage fördert, wird sich zeigen.

Der FC St.Gallen wird ihn möglicherweise bereits am Samstag wieder für oder gegen sich entscheiden sehen, dann steht um 19 Uhr das Auswärtsspiel gegen den FC Basel an.

(enf/led)


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