«Die Polizei kann sich alles erlauben»

Von Laurien Gschwend
Dass der Radarkasten vor dem San Bernardino mit einem Diesel-Generator betrieben wird, erhitzt die Gemüter.
Dass der Radarkasten vor dem San Bernardino mit einem Diesel-Generator betrieben wird, erhitzt die Gemüter. © Facebook
Ein «stinkender Diesel-Generator», den die Kantonspolizei Graubünden vor dem San Bernardino an einen Radarkasten angeschlossen hat, löst auf Facebook heftige Reaktionen aus. Nun äussert sich die Polizei zur Kritik.

«Super gemacht! Um diesen Blitzer zu betreiben, verwendet die Bündner Polizei einen stinkenden Diesel-Generator. Tolle Ökobilanz im Sinne der Verkehrssicherheit. Sauerei so was», postet ein Facebook-User und veröffentlicht ein Bild, das den Blitzer auf der Autostrasse A13, Höhe Anschluss Nufenen, zeigt. Und erhält die Zustimmung zahlreicher Kommentatoren: «Verkehrssicherheit okay, aber so: Pfui!», «Das ist ja der Gipfel der Frechheit!», «Und das beim Klimawandel», «Die Polizei kann sich alles erlauben», ist etwa zu lesen.

«Du kannst ihn selber ausschalten»

Geschwindigkeitskontrollen zu machen, sei – ob mit oder ohne Diesel-Generator – ohnehin das Allerletzte und nur Geldmacherei, meinen weitere Facebook-User. Andere schätzen die Vorteile des Konstrukts: «Finde ich gar nicht so schlecht. Da kannst du also selber hingehen und ausschalten», merkt jemand an.

Der Facebook-Post wurde schon über 1000-mal geteilt. (Screenshot: Facebook)

Akkus müssen aufgeladen werden

«Selbstverständlich sind wir bemüht darum, der Umwelt Sorge zu tragen», sagt Roman Rüegg, Mediensprecher der Kantonspolizei Graubünden, zur Schelte auf Facebook. In drei von vier Fällen würden die Standorte über einen Stromanschluss betrieben. «Ist dieser nicht vorhanden, kann das Radargerät drei bis fünf Tage autonom funktionieren», erklärt Rüegg. Anschliessend müsse die Polizei die integrierten Akkus während drei bis vier Stunden mit einem Generator aufladen.

Verständnisvolle und beleidigende Kritik

Bei künftigen Geräte-Generationen bestehe die Möglichkeit, sie mit Gas zu speisen und während zwei Wochen autonom zu betreiben. «Momentan müssen wir ohne Stromanschluss auf die Lösung mit dem Generator zurückgreifen.» Wie Rüegg sagt, habe die Polizei deswegen auf Facebook zweimal Kritik erhalten. «Jemand zeigte Verständnis für unsere Arbeit, die andere Person wurde beleidigend.»

All jene, die sich über den Blitzer vor dem San Bernardino aufgeregt haben, können aufatmen. Nach Angaben der Kantonspolizei Graubünden steht der Radar mittlerweile an einem anderen Ort.


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