Einigung im Thurgauer Asbestfall

35'000 Objekte lagern im Archiv des Historischen Museums Thurgau. Jedes einzelne muss von den möglicherweise vorhandenen Asbestfasern gereinigt werden.
35'000 Objekte lagern im Archiv des Historischen Museums Thurgau. Jedes einzelne muss von den möglicherweise vorhandenen Asbestfasern gereinigt werden. © Historisches Museum Thurgau
35’000 Objekte des Historischen Museums Thurgau müssen von Asbest befreit werden. Die Versicherung Axa und der Kanton haben sich geeinigt, wer die Kosten dafür trägt.

Im Depot des Historischen Museums sind Kulturgüter mit krebserregenden Asbestfasern in Kontakt gekommen (FM1Today berichtete). Nun haben sich die Axa, die Besitzerin der betroffenen Liegenschaft in Frauenfeld, und der Kanton Thurgau als Mieter über das weitere Vorgehen geeinigt. Die Reinigung und den Transport der Objekte übernimmt die Axa, die Einlagerung organisiert der Kanton. «Wir freuen uns, dass wir uns mit dem Kanton Thurgau auf eine konstruktive Lösung einigen konnten», sagt Michael Keller, Leiter Bau und Entwicklung bei der Versicherungsgesellschaft.

Suche nach Reinigungsfirma

Die Reinigung der 35’000 Objekte an der Bahnhofstrasse 55 erfolgt im Erdgeschoss des Gebäudes in einer speziellen Reinigungszone. So ist laut einer Mitteilung der Thurgauer Staatskanzlei gewährleistet, dass kein Asbestobjekt das Gebäude verlässt. Über eine Ausschreibung wird eine spezialisierte Firma gesucht – die Arbeiten starten frühestens Anfang 2019. Danach kommen sie wieder ins Museum.

Der Thurgauer Asbestfall gilt in der Schweiz als einzigartig. Zwar müssen immer wieder Asbestsanierungen gemacht werden – dass ganze 35’000 Bilder, Textilien und weitere Gegenstände betroffen sind, hat es laut dem Thurgauer Kantonsbaumeister Erol Doguoglu jedoch «wahrscheinlich noch nie gegeben». Wegen Beschädigungsgefahr muss bei jedem Objekt einzeln angeschaut werden, wie dieses gereinigt werden kann.

Krebserkrankung nicht auszuschliessen

Bei Angestellten, die über längere Zeit in den Archiven und Depots in Frauenfeld gearbeitet haben, besteht laut dem Kanton eine geringe Gefahr, dass sie wegen der Asbestfasern an Krebs erkranken könnten. An einem Mesotheliom (Brustfellkrebs) sterben laut dem Bundesamt für Statistik pro Jahr rund 120 Personen. Asbest wurde ab 1900 breit in Industrie und Technik verwendet.

(lag)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 500 Zeichen