Eiskalte Luzerner verderben das Jubiläum

Der beste Mann auf dem Platz: Tranquillo Barnetta.
Der beste Mann auf dem Platz: Tranquillo Barnetta. © Keystone/Gian Ehrenzeller
Am 140-jährigen Geburtstag zeigt sich der FC St.Gallen als guter Gastgeber und schenkt den ansonsten harmlosen Gästen aus der Innerschweiz durch Defensivfehler gleich zwei Tore. Das eigene Tor fällt zu spät und ist letztendlich nur Resultatkosmetik. Hier die Spielerbewertung.

FM1Today/Johannes Graf

Tor

Dejan Stojanovic: Note 4,0. Bei den beiden Toren von Schulz chancenlos, ansonsten wenig geprüft. Schlägt vor dem ersten Gegentreffer in Bedrängnis den Ball ein wenig zu schwach weg, wodurch die Situation überhaupt erst gefährlich wird.

Verteidigung

Nicolas Lüchinger: Note 3,5. In der ersten Halbzeit früh verwarnt, wodurch er danach in Zweikämpfen gehemmt wirkt. Flankt ein paar Mal schön in den Strafraum, spielt aber auch immer wieder ärgerliche Fehlpässe.

Leonidas Stergiou: Note 3,0. Unterläuft bei der Luzerner Führung einen hohen Ball und verschuldet so den unverdienten Rückstand. Ansonsten defensiv wenig geprüft, in der Halbzeit aus taktischen Gründen ausgewechselt.

Milan Vilotic: Note 4,0. Dem Routinier unterlaufen zwar keine gröberen Fehler und er gewinnt viele Kopfballduelle und Zweikämpfe, er fällt aber auch immer wieder mit Fehlern im Spielaufbau auf.

Silvan Hefti: Note 5,5. Zweifellos der beste St.Galler, er räumt hinten alles ab und belebt das St.Galler Flügelspiel quasi im Alleingang. Als Aussenverteidiger einfach um Klassen besser als als Innenverteidiger.

Mittelfeld

Vincent Sierro: Note 3,0. Ist im Vergleich zur Hinrunde schlichtweg nicht wiederzuerkennen. War er damals auch in ansonsten schlechten Spielen noch torgefährlich, trifft er seit der Winterpause in fast jeder Situation die falsche Entscheidung.

Jordi Quintillà: Note 4,0. Zeigt eine gute erste Halbzeit im defensiven Mittelfeld und leitet einige St.Galler Angriffe schön ein. In der zweiten Halbzeit als Innenverteidiger schläft er beim zweiten Tor von Marvin Schulz und ist auch sonst bei Zweikämpfen oft zu spät.

Majeed Ashimeru: Note 4,0. Nach zahlreichen Glanzleistungen in der Rückrunde und nach Bekanntgabe der Rückkehr zu Salzburg wieder einmal mit einer eher durchschnittlichen Leistung. Vom Einsatz her kann man ihm nicht viel vorwerfen, entscheidende Ideen gegen den Luzerner Beton fehlen aber auch ihm.

Sturm

Dereck Kutesa: Note 3,5. Versucht es auch in den unmöglichsten Situationen immer wieder mit technischen Kabinettstücken und reibt sich so an der physisch starken Luzerner Abwehr auf, ohne wirklich Vorteile für seine Mannschaft herauszuholen.

Simone Rapp: Note 3,0. Muss eine seiner vielen Chancen zweifellos in ein Tor ummünzen. Gewinnt zwar viele Kopfballduelle, bringt den Ball aber nie aufs Tor und ist im schnellen Kombinationsspiel – man kann es leider nicht anders sagen – ein Ärgernis.

Tranquillo Barnetta: Note 5,0. Sein Treffer in der 90. Minute ist zwar ein absolutes Traumtor, kommt aber leider zu spät. Auch davor der einzige wirklich gefährliche Offensivmann der Espen, auch wenn auch ihm längst nicht alles gelingt.

Stimmen zum Spiel mit Tranquillo Barnetta

Gepostet von FC St.Gallen 1879 am Samstag, 20. April 2019

Einwechselspieler (mindestens 45 Minuten)

Axel Bakayoko: Note 4,0. Hat einen unglücklichen Einstand und rutscht gleich bei seiner ersten Offensivaktion aus. Auch sonst bringt er zwar mit seinem Tempo ein fehlendes Element, kann aber dem ideenlosen St.Galler Angriffsspiel keine entscheidenden Impulse beisteuern.

FM1Today-Teamschnitt (Durchschnitt aller benoteten Spieler): 3,8

Fazit: Defensiv mit Aussetzern, offensiv harm- und ideenlos – die St.Galler Spieler verpassen es leider, das grossartige Ambiente rund um das 140-jährige Bestehen mit einem Punktegewinn zu krönen. Ärgerlich sind dabei insbesondere die Standardsituationen: Die Espen schiessen 9:1 Eckbälle und kommen zu vielen Freistössen in Strafraumnähe, nur zwei Mal (beim Lattenschuss von Silvan Hefti und beim Luftloch von Simone Rapp) wird es dabei gefährlich. Will man in den restlichen Partien noch um einen Platz in der Europa League mitspielen, muss man sich in dieser Hinsicht definitv verbessern.


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