Schweizer Slopestyler wissen an Heimweltcup zu überzeugen

Moritz Thönen sorgt am Laax Open in den Halbfinals für ein starkes Resultat
Moritz Thönen sorgt am Laax Open in den Halbfinals für ein starkes Resultat © KEYSTONE/EPA/FAZRY ISMAIL
Die Schweizer Snowboard-Freestyler überzeugen am Heimweltcup in Laax. Bei den Frauen schaffen es Celia Petrig (2.) und Sina Candrian (3.) ebenso aufs Podest wie Moritz Thönen (3.) bei den Männern.

Kaum jemand hatte in Laax mit einem solchen Exploit der Schweizer Slopestyler gerechnet, am wenigsten die Athleten selbst. Entsprechend stark musste Celia Petrig im Anschluss an die Rangverkündigung nach passenden Beschreibungen für das Vollbrachte suchen. «Ich habe wirklich gar nichts erwartet, deshalb bin ich einfach überglücklich. Es fühlt sich aber noch sehr unrealistisch an», sagte die 23-jährige Schwyzerin nach ihrem ersten Podestplatz.

Der zweitplatzierten Petrig glückte der Sprung mitten in die Weltelite, nachdem sie zuvor einen 7. Rang als Bestergebnis hatte ausweisen können. Auch deshalb hatte sie sich auf diese Saison hin keine grossen Ziele setzen wollen. Der Spass am gut snowboarden sollte im Zentrum stehen. In Laax hatte Petrig grossen Spass, auch weil mit der drittplatzierten Sina Candrian eine zweite Schweizerin neben ihr auf dem Podium stand. Die routinierte Flimserin schaffte es im Weltcup bereits zum achten Mal unter die Top 3, erstmals wieder seit Januar 2017.

Die beiden Schweizerinnen verdienten sich die Podiumsplätze hinter der souveränen Norwegerin Silje Norendal auch durch taktische Reife. Beide dosierten ihre Runs sowohl in den Halbfinals als auch im Final gut, wählten die richtige Mischung aus Risiko und Vorsicht, während sich bei diversen Favoritinnen Fehler einschlichen. In den Halbfinals vom Donnerstag waren mit Big-Air-Olympiasiegerin Anna Gasser und der Finnin Enni Rukajärvi gleich zwei Mitfavoritinnen hängen geblieben, Petrig und Candrian schafften an ihrer Stelle die Qualifikation. Im Final vom Samstag brachten die Top 3 der Halbfinals, die Amerikanerin Julia Marino, Reira Iwabuchi aus Japan und die kanadische Slopestyle-Weltmeisterin Laurie Blouin, keine sauberen Runs ins Ziel. Wieder war das Schweizer Duo zur Stelle.

Petrig und Candrian hatten ihre ersten Finalläufe mit der nötigen Schwierigkeit und einigermassen sauber ins Ziel gebracht. Dafür erhielten sie von der Jury 67,60 (Petrig) respektive 65,40 (Candrian) Punkte. Diese Marken waren gut genug, um trotz Fehlern im zweiten Lauf nicht mehr vom Podium verdrängt zu werden. Einzig Norendal, die vierfache X-Games-Siegerin, vermochte die Schweizerinnen zu übertrumpfen. Die 25-Jährige lag bereits nach dem ersten Umgang in Front und vermochte im zweiten Run ihr Skore sogar noch auf 78,35 Punkte auszubauen.

Wie für Petrig war für Moritz Thönen der 3. Platz im Wettkampf der Männer die Premiere auf dem Weltcup-Podium. Der 22-Jährige, der bis zu seinem 12. Lebensjahr nicht auf dem Snowboard sondern mit den Ski anzutreffen war, deutete bereits in den Halbfinals an, dass er zum Exploit bereit ist. Der Berner hatte sich am Freitagmorgen mit dem zweitbesten Skore aller Halbfinalisten souverän einen Platz im Final gesichert.

In diesem hielten Thönens Nerven, obschon er seinen ersten Run nicht ins Ziel bringen konnte. Als letzter Athlet des Wettkampfs zeigte er eine starke Leistung – sowohl technisch wie taktisch – und klassierte sich hinter dem Amerikaner Chris Corning (89,10) und Stale Sandbech (87,35) aus Norwegen als Dritter. Nicolas Huber, der WM-Silbermedaillengewinner von 2017, rundete das starke Schweizer Ergebnis als Fünfter ab.

(SDA)


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