«Ich liebe alle meine Skulpturen»

Von Krisztina Scherrer
Die beiden Russen Aleksandr und Vladimir arbeiten konzentriert an ihrer Sandskulptur.
Die beiden Russen Aleksandr und Vladimir arbeiten konzentriert an ihrer Sandskulptur. © FM1Today/Krisztina Scherrer
Seit Tagen wird an der Seepromenade in Rorschach gebaggert, gebuddelt und geformt. Zehn Künstler-Teams aus Europa arbeiten momentan an ihren Sandfiguren für das Sandskulpturen Festival Rorschach.

Die Sonne brennt und eigentlich würde man am liebsten ins kühle Nass springen. Doch an der Seepromenade in Rorschach wird momentan fleissig gearbeitet. Zehn Künstler-Teams aus Russland, der Ukraine, Lettland und Holland harren seit letzter Woche in der brütenden Hitze aus und basteln mit kleinen Schaufeln und Spachteln an ihren Sandskulpturen.

Gemütliche Atmosphäre

Viele Fussgänger und Velofahrer bleiben an der Rorschacher Seepromenade stehen und holen sich ein Ticket für das Sandskulpturen Festival. Es herrscht eine gemütliche Atmosphäre. Die Leute schlendern durch die Ausstellung, machen Fotos und schwatzen mit den Künstlern. Wem die Sonne zuviel wird, sucht im Festzelt oder unter den Bäumen Schutz. Wenn man genug Nahe an der Seefontäne steht, kriegt man sogar ein paar frische Wassertropfen, direkt vom Bodensee, ab. Für die Kinder steht ein riesiger Haufen Sand zum Spielen zur Verfügung.

«Ich liebe alle meine Skulpturen»

«Freunde haben uns erzählt, dass am Sandskulpturen Festival Rorschach eine gute Stimmung herrscht und alle Künstler auf hohem Niveau arbeiten», sagt Aleksandr Savinov. Er und sein Freund Vladimir Mistriukov kommen aus Russland, wo sie sonst als Bildhauer arbeiten. Das merkt man sofort, wenn man ihnen einen Moment lang bei der Arbeit zuschaut: Konzentriert bearbeiten sie ihr Kunstwerk von Hand. Obwohl Aleksandr und Vladimir zum ersten Mal in Rorschach sind, machen die beiden schon seit Jahren Skulpturen aus verschiedensten Materialien: «Ich liebe alle meine Skulpturen, in jeder steckt ein Stück Herz von mir», sagt Alexsandr.

Aleksandr Savinov (links) und Vladimir Mistriukov sind das erste Mal in Rorschach. (Bild: FM1Today/Krisztina Scherrer)

«Die Location ist toll»

Die beiden Ukrainer Oleksiy Poda und Bogdan Kutsevych waren letztes Jahr schon am Sandskulpturen Festival. Dieses Mal arbeiten sie an einem Sand-Gesicht. Während Oleksiy mit der Schaufel die Grobarbeit erledigt, hat Bogdan einen Spachtel in der Hand und bearbeitet die Rückseite des Gesichts vorsichtig. Sie haben zwar kaum Zeit aufzuschauen, trotzdem sind sie gerne in Rorschach: «Wir mögen die Location, es ist schön hier», sagt Oleksiy. Die beiden Architekten machen seit drei Jahren hobbymässig Sandfiguren: «Eigentlich haben wir mit Eisskulpturen angefangen, das wurde uns dann mit der Zeit zu kalt und ungemütlich. Im Sommer ist es einfach schöner.»

Oleksiy Poda (links) und Bogdan Kutsevych kommen aus der Ukraine. (FM1Today / Krisztina Scherrer)

Das «Sandskulpturen Festival Rorschach» findet dieses Jahr bereits zum 20. Mal statt. Zum Thema «All You Need Is Love» hat das Festival am 11. August begonnen. Bis am 18. August kann man die Künstler bei der Arbeit beobachten. Am 18. August wird die schönste Skulptur gekürt. Die Sandfiguren sind dann noch bis zum 9. September zu bewundern.

(sk)


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