Wirt soll Notlage ausgenutzt haben

Die Frauen ohne Arbeitsbewilligungen wurden ausgebeutet.
Die Frauen ohne Arbeitsbewilligungen wurden ausgebeutet. © iStock
Zu schlechten Bedingungen angestellt und sexuell ausgenutzt: Ein Restaurantbesitzer steht in St.Gallen vor Gericht, weil er rund ein Dutzend Ausländerinnen ausgebeutet haben soll.

Rund ein Dutzend Frauen aus Osteuropa hatten zwischen 2013 und 2017 im Restaurant des Angeklagten gearbeitet. Dieser soll sie laut Staatsanwaltschaft als billige Arbeitskräfte beschäftigt haben, ohne dass sie über eine Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung verfügt hatten.

Vor Kreisgericht St.Gallen

Am Montag stand der 68-jährige Grieche vor dem Kreisgericht St.Gallen. Die Staatsanwaltschaft klagte den Mann unter anderem wegen mehrfacher Ausnützung einer Notlage, sexueller Nötigung, Beschäftigung von Ausländerinnen ohne Bewilligung sowie Förderung der rechtswidrigen Einreise und des rechtswidrigen Aufenthalts an.

Der Angeklagte sagte bei der Befragung des Richters, dass er ausgenützt und erpresst worden sei. Er räumte den Fehler ein, dass er die Frauen ohne Bewilligungen in seinem Restaurant angestellt habe.

Die sexuelle Kontakte seien einvernehmlich gewesen oder gar aus Dankbarkeit geschehen. Eine Frau habe mit ihm geschlafen, um danach 2000 Franken von ihm zu erpressen, sagte er vor Gericht, wie die SDA schreibt.

Aus schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen

Drei der Frauen aus Osteuropa waren vor Gericht geladen. Sie alle berichteten von schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen in ihrer Heimat und schilderten die Geschehnisse ganz anders. Eine Frau aus Serbien sagte, dass der Mann sie mehrere Wochen jede Nacht zu Sex gezwungen haben soll, sie habe Tag und Nacht für ihn gearbeitet und sich schrecklich und verloren gefühlt.

Die Staatsanwaltschaft fordert eine Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren, eine Geldstrafe und die Landesverweisung für fünf Jahre. Das Urteil ist noch ausstehend.

(red./agm)


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