Job als Hoteltester – «zu schön, um wahr zu sein»

Von Laurien Gschwend
Für TUI um die Welt reisen und Hotels testen – dieser Job ist zu schön, um wahr zu sein.
Für TUI um die Welt reisen und Hotels testen – dieser Job ist zu schön, um wahr zu sein. © Instagram/tuihoteltester – Montage FM1Today
H&M-Gutscheine, Camper und nun auch Hoteltester für den Reiseunternehmer Tui – wieder sind tausende Social-Media-User auf ein Fake-Profil hereingefallen. Tui hat eine Klage eingereicht und sucht den Urheber.

Weisser Sandstrand und türkisblaues Meer auf den Malediven oder doch lieber der Big Apple? Auf dem Instagram-Profil «tuihoteltester» werden 50 Personen gesucht, die gerne reisen, ihren Aufenthalt auf Social Media dokumentieren und ehrliche Hotelbewertungen abgeben. Alles, was angehende «Hoteltester und Blogger» für ihren Traum tun müssen: Auf Instagram 100 Follower nachweisen können, «tuihoteltester» folgen und die Jobbeschreibung im eigenen Profil teilen.

Screenshot: Instagram-Story «tuihoteltester»

Rechtliche Schritte eingeleitet

Fast 50’000 Abonnenten hat «tuihoteltester» am Donnerstag. Sie alle sind auf ein Fake-Profil hereingefallen: «Dass man sich bei uns bewerben kann, um Hotels zu testen, ist leider zu schön, um wahr zu sein», sagt Corina Räber, Mediensprecherin bei Tui Suisse, auf Anfrage von FM1Today. Der Reiseveranstalter habe den Fake-Account der Zentrale gemeldet und eine Klage eingereicht. «Unser Ziel ist es, herauszufinden, wer der Urheber ist.»

Solche Postings seien für das Unternehmen sehr problematisch, erklärt Räber. «Sie entsprechen nicht der Wahrheit und bringen damit falsche Versprechungen in Umlauf.» Es hätten sich schon einige besorgte Social-Media-User gemeldet, ob die Jobbeschreibung denn echt sei. «Wir informieren sie dann, dass es sich um einen Fake handelt.»

«Danke H&M»

Bei Tui ist die falsche Hoteltester-Werbung zum ersten Mal aufgetaucht. Mehr Erfahrung in dem Bereich hat H&M: Der schwedische Kleidergigant wurde in den letzten Jahren mehrere Male Opfer gefälschter Postings. Die User wurden dazu aufgerufen, auf Whatsapp und Facebook 250-Franken-Gutscheine zum 70-jährigen Bestehen der Marke zu teilen – und verbreiteten so ungewollt ihre persönlichen Angaben. «Danke H&M», war jeweils in den Beiträgen zu lesen.

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