Keine Himmelslaternen an der Grenze

In der Gemeinde Diepoldsau ist es verboten, Himmelslaternen steigen zu lassen.
In der Gemeinde Diepoldsau ist es verboten, Himmelslaternen steigen zu lassen. © iStock
Zauberhaft, fast magisch sehen sie aus: Die Himmelslaternen, die gerne an Geburtstagen und Hochzeiten verwendet werden, um seine Wünsche in den Himmel steigen zu lassen. In Diepoldsau hat es sich aber ausgewünscht. Der Gemeiderat hat ein generelles Verbot für Himmelslaternen erlassen.

«Hier in Diepoldsau ist es meines Wissens noch nie zu Zwischenfällen mit Himmelslaternen gekommen. Wir haben aber im Gemeinderat beschlossen, auf die Empfehlungen des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (BAZL) zu reagieren», sagt Andrea Hanselmann, Mitglied des Gemeinderats.

Diese sagen, man soll zu Landesgrenzen mindestens einen Abstand von fünf Kilometern einhalten. In Diepoldsau ist dieser Abstand zu Hohenems nicht gewährleistet.

Zu nah am Flughafen

In verschiedenen Teilen der Schweiz ist es bereits verboten, Himmelslaternen steigen zu lassen – vor allem in der Nähe von Flughäfen. Und Diepoldsau liegt in unmittelbarer Nähe zum Flughafen Hohenems.

Die Landesgrenze sei aber ausschlaggebend gewesen, das Verbot offiziell auszusprechen. «Schon vorher haben wir bei Anfragen darauf hingewiesen, dass es nicht erlaubt ist, die Laternen steigen zu lassen», sagt Hanselmann.

In Österreich schon jahrelang verboten

Himmelslaternen sind wie kleine Heissluftballone. Mit einem Brenner wird die Luft erhitzt, damit sie steigt. Die Hülle ist aus leichtem Papier und hat ein Metall- oder Holzgestänge. Es ist nicht möglich, zu beeinflussen, wo die Himmelslaterne hinfliegt.

In Österreich sind die Himmelslaternen seit 2009 verboten. Dies, weil es zu mehreren kleinen Vorfällen und möglicherweise zu einem Grossbrand gekommen ist.

Verkauft werden die Himmelslaternen aber nach wie vor – im Internet wie auch im Detailhandel sind sie erhältlich. Doch es gibt auch in der Schweiz immer mehr Orte, an denen sie verboten werden.

Luftverschmutzung und Trockenheit

Berneck hat ein solches Verbot schon im vergangenen Jahr erlassen. «Das haben wir entschieden, da Berneck in einem Talkessel umgeben von Wäldern liegt und es immer wieder eine Trockenheit gibt. Auch die Luftverschmutzung trug zur Entscheidung bei», sagt Philipp Hartmann, Gemeindeschreiber von Berneck.

Die Gemeinde Balgach handhabt es wie Diepoldsau. «Die Landesgrenze ist zu nahe. Wir erhalten aber sehr selten Anfragen zu Himmelslaternen», sagt Heidi Romer, Gemeindeschreiberin von Balgach.

Rebstein hat kein Verbot

Viele Behörden finden, dass das Brandrisiko zu hoch ist und halten sich deshalb an die Empfehlung des BAZL. Wer künftig eine Laterne steigen lassen möchte, muss sich zuerst informieren, wo es erlaubt ist. In Rebstein besteht beispielsweise kein Verbot.

(str)


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