Kirchentheater redet Klartext

Statt zu beten, wird in der evangelischen Kirche Bruggen kräftig in die Pedalen getreten.
Statt zu beten, wird in der evangelischen Kirche Bruggen kräftig in die Pedalen getreten. © zVg
Statt Kirchenbänke Fitnessvelos, statt einem Altar eine rote Tribüne – die evangelische Kirche Bruggen St.Gallen verwandelt sich in diesen Tagen in eine grosse Theaterbühne. Auf die Zuschauer wartet ein grosser Knall mit vielen Lebensgeschichten – und auch etwas Bewegung.

Wir Schweizer sind verwöhnt, für uns gehört die Freiheit zum Alltag. Für diese Freiheit wurde vor 500 Jahren in der Reformationszeit gekämpft. Zu ihrer Ehren inszenieren das 28-köpfige Laientheater der Kirchgemeinde Straubenzell St.Gallen und der bekannte St.Galler Chor «the weps» das Stationentheaterstück «Schall und Rauch». Bei einem Stationentheater werden die Zuschauer von Bühne zu Bühne geführt. In diesem Fall vom Kirchenraum ins Untergeschoss, in den Saal oder auch in den Garten.

Kirche spricht heikle Themen an

Die Stationen zeigen verschiedene Lebensgeschichten, in denen Freiheit oder auch falsch verstandene Freiheit eine zentrale Rolle spielen. Die Kirche zeigt sich dabei mutig und nimmt kein Blatt vor den Mund. Die Geschichten handeln von Homosexualität, Sterbehilfe oder von einer übertriebenen Leistungsgesellschaft.

Die Themen liegen Pfarrerin und Theaterleiterin Kathrin Bolt am Herzen. «Dass wir es wagen, mit so aktuellen und heiklen Themen etwas Absurdes und auch Sarkastisches zu machen, das macht ‹Schall und Rauch› für mich aus», sagt sie bei «Gott und d’Wält». Das Stück wurde von Autor Michael Hasenfuss extra für das Laientheater geschrieben.

Reformationsstück mit Aktualität

«Im Gegensatz zu den anderen Veranstaltungen des Reformationsjubiläums geht es in unserem Stück nicht nur um die Vergangenheit, sondern auch um das aktuelle Leben, das passt sehr gut», sagt Kathrin Bolt. Das Stück soll zum Nachdenken anregen, aber vor allem auch unterhalten.

«Schall und Rauch» wird in der evangelischen Kirchgemeinde Bruggen vom 23. August bis am 2. September aufgeführt.

Die «Gott und d’Wält»-Beiträge zum Nachhören:

(sar)


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