Weitere Lawinen sind möglich

Die Schneemassen der Lawine drangen ins Hotel Säntis auf der Schwägalp ein.
Die Schneemassen der Lawine drangen ins Hotel Säntis auf der Schwägalp ein. © Kapo AR
Auf der Schwägalp ist am Donnerstagnachmittag eine Lawine niedergegangen. Drei Personen wurden verletzt. Ein Gast des Hotel Säntis berichtet, wie er den Lawinenabgang erlebt hat. Am Freitag geht die Suche nach möglichen Vermissten weiter. Noch ist nicht auszuschliessen, dass weitere Lawinen niedergehen.

Was man bisher weiss

  • Am Donnerstagnachmittag ist eine Lawine vom Säntis in die Schwägalp abgegangen
  • Die Lawine traf den Restaurantbereich des Hotels auf der Schwägalp, das Personalhaus und ein Gebäude einer Alpkäserei
  • Durch die Lawine wurden drei Personen leicht verletzt
  • Es entstand hoher Sachschaden, grosse Teile des Restaurants wurden zerstört, 15 bis 20 Autos wurden von der Lawine verschüttet
  • Hotelgäste werden keine vermisst
  • Ob unter der Lawine noch Menschen sind, ist nicht klar, die Polizei hat aber keine Anhaltspunkte, die auf Vermisste schliessen würden
  • Die Suchaktion wurde wegen starken Schneefalls unterbrochen und wird am Freitag weitergeführt
  • Kurz nach 20 Uhr ging noch eine weitere kleinere Folgelawine runter
  • Die Suche nach möglichen Vermissten geht am Freitag weiter
  • Noch ist nicht auszuschliessen, dass weitere Lawinen niedergehen
  • Die Strasse zum Ferienort bleibt gesperrt

Rund 75 Hotelgäste und Angestellte wurden in der Nacht auf Freitag mit Bussen ins Tal gefahren. Es befinden sich noch gut 30 Gäste und elf Mitarbeiter im Hotel Säntis auf der Schwägalp. Am Freitagmorgen beurteilen Spezialisten der Alpinen Rettung, die Gefahrensituation neu. Dann entscheide sich, wie es mit den Räumungsarbeiten und der Suche nach möglichen Vermissten weitergeht. Wie es bei der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden heisst, seien die Hotelgäste und Angestellte des Hotelsäntis vollzählig. Auch seien keine Vermisstmeldungen eingegangen. «Wir können aber noch nicht ausschliessen, dass sich zum Zeitpunkt der Lawine nicht doch noch jemand im Gelände befunden hat,» sagt Kapo-Sprecher Anton Sonderegger. Ebenfalls nicht auszuschliessen, sei, das weitere Lawinen niedergehen. Neben dem Lawinenkegel befänden sich noch grosse Schneemassen, die sich lösen könnten, so Sonderegger.

Drei Personen leicht verletzt

Am Donnerstagabend herrschte im Hotel Säntis viel Aufregung. «Als ich mit meinen Angehörigen telefonierte, um ihnen zu sagen, dass es mir gut geht, kamen mir die Tränen», sagt ein Augenzeuge gegenüber dem «St.Galler Tagblatt». Wie der Mann gegenüber FM1Today berichtet, habe er «ein bis zwei eher leicht verletzte Personen» gesehen. Die Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden bestätigt, dass drei Personen leicht verletzt worden sind.

Über mögliche Vermisste gibt es noch keine Angaben. Marcel Wehrlin, Mediensprecher der Kapo AR, sagt: «Bis anhin gibt es keine Anhaltspunkte, die auf Vermisste schliessen lassen, wir können aber natürlich auch nichts ausschliessen, da das Gebiet bei Touristen beliebt ist.» «Nach der Lawine besammelten wir uns alle in einem Aufenthaltsraum, dort wurde nachgezählt, ob alle Personen anwesend sind», sagt der Augenzeuge.

Eine Webcamaufnahme des Säntis zeigt den Lawinenniedergang:

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Der Augenzeuge und seine Frau waren am Donnerstag im Hotel Säntis auf der Schwägalp angekommen. «Wir befanden uns gerade im Restaurant um ein Bier zu trinken und Zeitung zu lesen», sagt der Mann. Das Paar hat sich einen Platz am Fenster ausgesucht, «man will ja auch ein bisschen rausschauen können». «Plötzlich kam viel Schnee am Fenster vorbei, ich dachte zuerst an eine Dachlawine. Dann gab es einen Lärm und im hinteren Bereich des Restaurants barsten die Scheiben und Schnee kam herein», sagt der Mann.

«Ein Postauto, das vor dem Hotel stand, wurde gegen den Eingangsbereich gedrückt, auf dem Parkplatz waren einige auf dem Dach liegende Autos zu sehen», sagt der Augenzeuge. Weiter: «Vor dem Hotel suchen momentan Lawinensuchhunde nach möglichen verschütteten Personen.»

«Alles lief sehr professionell ab. Uns wurde Essen und Trinken gebracht, danach wurden wir angewiesen, auf unsere Zimmer zu gehen und dort zu warten», sagt der Mann.

Neben dem Restaurant des Hotels sind das Personalhaus, das Haus Girenspitz, und eine Alpkäserei betroffen.

(rr)


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