Neuer Chefarzt schwänzt Stellenantritt

Kommt aus den Schlagzeilen nicht mehr raus - der Spital Heiden.
Kommt aus den Schlagzeilen nicht mehr raus - der Spital Heiden. © Benjamin Manser / TAGBLATT
Der Spital Heiden stand schon oft in den Schlagzeilen. Wegen zu wenig Geld wurde in den vergangenen Jahren oft die Schliessung diskutiert. Viele Angestellte kündigten daraufhin, unter ihnen auch die Chefärztin. Nun wird bekannt, am 1. Oktober hätte ein neuer Chefarzt die Stelle antreten sollen. Dieser ist jedoch gar nicht erst aufgetaucht.

Die Leitung des Spitalverbunds Appenzell Ausserrhoden fühlt sich vor den Kopf gestossen. Am 1. Oktober hätte ein neuer Chefarzt im krisengebeutelten Spital Heiden anfangen sollen, bei Stellenantritt tauchte er jedoch gar nicht erst auf. Die Gründe liegen im Dunkeln. «Wir wurden sehr überrascht. Der Arzt liess uns mitteilen, dass er aus persönlichen, nicht vorhergesehenen Gründen die Stelle nicht antreten kann. Mehr wissen wir auch nicht», sagt Christiane Roth, Verwaltungsratspräsidentin des Spitalverbunds Appenzell Ausserrhoden gegenüber TVO.

Auf TVO versucht Christiane Roth das Fernbleiben des Chefarztes einzuschätzen.

Das ist nur das letzte Kapitel in der Geschichte des Spital Heiden. Das Krankenhaus macht seit Jahren Millionenverluste, die Schliessung stand schon mehrfach im Raum und Angestellte wurden entlassen, oder kündigten, weil sie nicht mehr an die Zukunft des Spitals glaubten. Ende September stimmten die Ausserrhoder Stimmbürgr für eine Änderung des Spitalgesetzes und ermöglichten so grundsätzlich eine mögliche Schliessung des Krankenhauses.

Laut Politexperte Maximilian Koch, könnte die unsichere Zukunft des Spitals durchaus eine Rolle gespielt haben, für das Schwänzen des neuen Chefarztes. «Das wäre zwar reine Spekulation, aber generell haben Unternehmen, die in den Schlagzeilen stehen Mühe geeignetes Personal zu finden.»

Die Spitalleitung hat den Vertrag mit dem neuen Chefarzt aufgelöst. Die Versorgung der Patienten ist gewährleistet. Der Spitalverbund will nun über die Bücher und schauen, ob sich ein neuer Chefarzt finden lässt, oder die Stelle intern vergeben werden kann.

(red.)


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