Blockchain-Schnaps

Appenzeller kreieren weltweit neuartigen NFT-Whisky

Marc Sieger, 4. November 2022, 09:20 Uhr
Die Appenzeller Brauerei Locher bringt zum Geburtstag von Säntis-Malt Gründer Karl Locher einen weltweit einzigartigen Whisky auf den Markt: 60 Flaschen, die per NFT-Technologie mit Appenzeller Kunst verbunden sind.
Der Jubiläums-NFT-Whisky von NFT
© zVg
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«Wir wollen zeigen, woher der Whisky kommt und wie es hier im Appenzellerland aussieht, wo er entstanden ist.» Karl Locher ist hörbar stolz auf seine neuste Kreation. Zum sechzigsten Geburtstag des Appenzeller-Brauerei-Inhabers und Gründer des Whisky-Labels «Säntis Malt» lanciert Locher einen mittels Blockchain geschützten Whiskey zusammen mit dem Zuger Unternehmen Authena.

«Karl Locher‘s 60th – Founder’s Anniversary Reserve» ist auf 60 Flaschen limitiert. Jede einzelne ist mittels NFT-Technologie mit einem Bild des Appenzeller Malers Martin Fuchs verbunden. Dieses zeigt in 60 Ausschnitten typische Appenzeller Landschaften. Wer eine Flasche kauft, erwirbt gleichzeitig einen Sechzigstel des Gemäldes.

«Die Bilder zeigen Landschaften, wo ich selbst oft wandere und die mir viel bedeuten. Diese mit dem Whisky zu verbinden, finde ich total faszinierend», erzählt Karl Locher.

Appenzeller gehen neue Wege

Weltweit ist diese Verbindung neuartig. Zwar gibt es bereits Whisky- und andere seltene Spirituosenflaschen, für die eine digitale Blockchain-Kopie hinterlegt ist und die so gehandelt werden. Die Idee, den «Säntis Malt» digital mit einem Kunstwerk zu koppeln, ist aber neu.

Martin Fuchs Bild: 60 Szenen, die Appenzeller Landschaften zeigen.

© Martin Fuchs/Locher

Die Blockchain-Technologie, die dahinter steht, macht jede Flasche zu einem Unikat und auch fälschungssicher. Nicht nur durch die digitale Verbindung mit dem Bild. An jeder Flasche ist ein Siegel angebracht, das mit dem Smartphone ausgelesen werden kann. Dabei werden Informationen übertragen – in diesem Fall eine eindeutige Identifikationsnummer und Informationen darüber, ob das Siegel noch intakt ist. «Dadurch wird der Whisky geschützt. Wird die Flasche geöffnet, bricht das Siegel, was beim Auslesen angezeigt wird», erklärt Locher.

Verkorkte Familiengeschichte

Spricht er über den «Säntis Malt» selbst, gerät er ins Schwärmen. «Wir haben die Geschichte meiner Familie extrahiert und einen wunderbaren Tropfen kreiert.» Dazu hat Locher Whisky verwendet, der seit 18 Jahren in den Fässern lagert. «Der älteste Whisky der Schweiz», so der Label-Gründer.

Gereift hat dieser in über hundertjährigen Bierfässern, die bereits Lochers Urgrossvater zum Bierbrauen verwendet hatte. «Es ist wie eine Zeitreise zurück in die Vergangenheit meiner Familie.» Lachend fügt er an, er würde aber niemandem raten eine Flasche zu öffnen und zu probieren, da sonst der Wert verloren ginge.

4800 Franken kostet eine der Jubiläums-Malt-Flaschen mit Anteil an Martin Fuchs Landschaftsbild. Das Original dessen hängt derzeit in der Brauerei Locher in Appenzell. «Sollte jemand aber alle 60 Flaschen sammeln, so darf er auch das Originalbild haben und es bei uns abholen», sagt der Appenzeller Whisky-Macher.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 6. November 2022 17:53
aktualisiert: 6. November 2022 17:53