Streitereien und ein gesprengter Billettautomat

Die Silvesternacht im FM1-Land aus Sicht der Polizei

01.01.2024, 16:51 Uhr
· Online seit 01.01.2024, 15:08 Uhr
Nach einer mutmasslichen Pyro-Aktion ist ein Billetautomat in Chur kaum mehr wiederzuerkennen. Und auch im Kanton St.Gallen und dem Thurgau halten Feuerwerk und Streitereien die Polizei in der letzten Nacht des Jahres auf Trab.

Quelle: BRK / CH Media Video Unit / Jeannine Merki

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Die Täter müssen den Billettautomaten kurz nach 4 Uhr morgens in Chur mit einem pyrotechnischen Gegenstand gesprengt haben, teilt die Kantonspolizei Graubünden am Montag mit. Sie entwendeten dabei zusätzlich Bargeld. Der Sachschaden beläuft sich auf über 200'000 Franken.

Anita Senti, Mediensprecherin der Kantonspolizei Graubünden, erklärt weiter gegenüber FM1Today: «Ansonsten war es – im Bezug auf Silvesternächte aus der Vergangenheit – aber das Übliche. Unsere Patrouillen mussten wegen illegalen Feuerwerkzündungen, Streitereien und exzessivem Alkoholkonsum ausrücken.»

Senti ergänzt: «Viele Gemeinden haben ein Feuerwerksverbot ausgesprochen, einige Leute haben sich aber nicht daran gehalten.»

Feuerwerk-Lärm und Führerausweis-Entzug

Zwischen Freitagmorgen und Montag seien bei der Stadtpolizei Chur mehrere Meldungen eingegangen und bearbeitet worden, teilt diese mit. Bei einer Verkehrskontrolle wurde einem Autofahrer etwa der Führerausweis entzogen. Nebst vielen Hilfeleistungen gingen Anrufe wegen Verkehrsunfällen, Lärm und Abfeuern von Feuerwerk in den Wohnquartieren ein.

Dabei wurden zwei Personen leicht verletzt. Sie begaben sich anschliessend selbständig zum Arzt.

«Neu ist die Unterflurcontainer-Geschichte»

«Es war wirklich viel weniger los. In anderen Jahren hatten wir über 100 Einsätze», meint Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen. Die Silvesternacht im gesamten Kanton St.Gallen liesse sich mit rund 70 Einsätzen als vergleichsweise ruhig bezeichnen.

Einige Situationen waren aber trotzdem brenzlig. «Zwei Parteien haben beispielsweise über Feuerwerk gestritten, das angeblich zu nahe an einer Hausfassade gezündet wurde. Zudem haben Gruppierungen mit Handfackeln für Unruhe in Quartieren gesorgt.» Hinzu kommen Fahrzeugbeschädigungen und Lärmklagen. Insgesamt zwei Dutzend Reklamationen gingen wegen Feuerwerk bei der Notrufzentrale ein.

Krüsi konstatiert zudem: «Neu ist dieses Jahr die Unterflurcontainer-Geschichte. Personen haben ihr Feuerwerk in die Anlagen geworfen, dadurch entstand ein Brand. Das ergibt letztendlich Sachschaden, der vom Staat bezahlt wird.» Die Feuerwehr musste aufgrund von 12 Aktionen dieser Art ausrücken.

Meldungen von Fassadenbeschädigungen und Briefkastensprengungen (die es in dern vergangenen Jahren jeweils gab) blieben hingegen aber – bis jetzt – aus.

In Mauer gekracht und weitergefahren

Die St.Galler Kantonspolizei meldet weiter zwei Einbrüche in Häuser in St.Margrethen und Rebstein.

Auch ein kurioser Unfall reiht sich in die Liste der Vorkommnisse in der Silvesternacht ein: Nachdem ein Auto in St.Margrethen in eine Mauer geprallt war, fuhr der 24-jährige Fahrer weiter. Es konnte kurze Zeit später angehalten werden und war nicht im Besitz eines Führerausweises.

Zwei Feuerwehrkorps mussten zudem wegen Heckenbränden aufgeboten werden.

«Doch einiges los»

«Es gab mehr Fälle als im letzten Jahr», so Miguel Lopez, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau. Und ergänzt: «Mit Bränden, Feuerwerk und Ruhestörungen war doch einiges los.»

Einsatzkräfte der Kantonspolizei Thurgau mussten zwischen Sonntagabend und Montagmorgen – grösstenteils in Zusammenhang mit Feuerwerkskörpern – rund 20 Mal ausrücken. Bei einer Auseinandersetzung in Warth wurde ein 35-jähriger Mann mittelschwer verletzt und musste durch die Rega ins Spital geflogen werden. Die Polizei konnte noch vor Ort zwei 16-jährige Tatverdächtige festnehmen.

In Tägerwilen geriet gegen 21.30 Uhr ein Balkon eines Mehrfamilienhauses in Brand. Die Feuerwehr Tägerwilen war rasch vor Ort und brachte das Feuer unter Kontrolle. Es wurde niemand verletzt. Es entstand ein Sachschaden von einigen zehntausend Franken.

Einsatzkräfte mussten gegen 01.30 Uhr wegen eines Brandes an die Heimgartenstrasse in Ermatingen ausrücken. Nach bisherigen Erkenntnissen brannte eine gebrauchte Feuerwerksbatterie im Keller eines Mehrfamilienhauses und verursachte eine starke Rauchentwicklung. Die Bewohner konnten das Feuer löschen, verletzt wurde niemand.

Keine Meldungen aus dem Appenzellerland

Aus den beiden Appenzell gibt es – bis anhin – nichts zu berichten. Meldungen der Kantonspolizeien im Bezug auf die Silvesternacht bleiben aus.

(les)

veröffentlicht: 1. Januar 2024 15:08
aktualisiert: 1. Januar 2024 16:51
Quelle: FM1Today

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