Terrassen-Knatsch

Standhaft bleiben: Bündner Regierung soll Druck von BAG nicht nachgeben

17. Februar 2021, 11:48 Uhr
Das BAG kritisiert die offenen Terassen in Graubünden. (Symbolbild)
© Keystone
Eine klare Ansage kriegen die Kantone, welche in den Skigebieten die Terrassen offen haben. Das BAG fordert die Schliessung. Dies kommt in den Tourismusregionen nicht besonders gut an. Nun dürfte heute Mittwoch der Bundesrat richtungsweisende Massnahmen aussprechen.

Für Unruhe in verschiedenen Wintersportkantonen sorgt zurzeit ein Brief aus Bundesbern. Die Direktorin vom Bundesamt für Gesundheit BAG, Anne Lévy, verschickte am Montag einen Brief mit brisantem Inhalt. Der Brief liegt CHMedia vor. Die BAG-Chefin fordert von den Kantonen, die Terrassen in den Skigebieten zu schliessen.

Brief und Forderung analysieren

Gar keine Freude über diese Post aus Bern hat man unter anderem im Kanton Graubünden: Aus Graubünden heisst es auf Anfrage kurz und knapp: Man werde das Thema zuerst innerhalb der Verwaltung und Regierung erörtern, bevor man kommuniziere. Konkrete Fragen will der Bündner Volkswirtschaftsdirektor Marcus Caduff nicht beantworten.

Auch in der Innerschweiz, wo die Terrassen seit Februar wieder offen sind, möchte man sich nicht dazu äussern, welche Schlüsse man aus dem Brief aus Bern ziehen werde.

Klare Aussagen der Gastronomie

Die Gastrobranche in Graubünden ihrerseits appelliert an die Bündner Regierung standhaft zu bleiben. Franz Sepp Caluori, der Präsident von Gastro Graubünden, sagt: «Die Zahlen sinken und eigentlich müssten wir darüber diskutieren, ob auch Restaurants in den Städten ihre Terrassen aufmachen dürfen.»

Überraschend kommt dieses BAG-Schreiben auch für den Tourismusdirektor Pascal Jenny. Obwohl er das Schreiben nicht gesichtet habe, sagt Jenny: «Aus epidemiologischer Sicht ist die Situation viel besser, wenn die Leute sich nicht am Pistenrand auf den Füssen herumstehen.»

Bundesratspläne entscheidend

Das BAG weist betroffene Kantone «ausdrücklich» darauf hin, dass ihr Vorgehen in den Skigebieten der besonderen Lage «widerspricht und unzulässig» sei. Den Kantonen sei kein Spielraum für Erleichterungen erlaubt. «Es gibt keine rechtliche Grundlagen, die Terrassen offenzuhalten» – heisst es abschliessend.

Gleichzeitig ist der Brief auch vor dem Hintergrund der derzeit laufenden Öffnungsdebatte relevant. Heute bespricht der Bundesrat, wie es in Sachen Corona-Massnahmen weitergehen soll.

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 17. Februar 2021 11:49
aktualisiert: 17. Februar 2021 11:48