Überlastung der A13

Jetzt kommt der Dorfaufstand gegen die Blechlawinen

Vanessa Ledergerber, 21. Dezember 2021, 09:24 Uhr
Weil es auf der Autobahn staut, wählen immer mehr Verkehrsteilnehmende Schleichwege durch Bündner und Sarganserländer Ortschaften und bringen den dortigen Verkehr zum erliegen. Nun wehren sich die Dörfer – und werden erhört.
Auf der A13 müssen Autofahrer regelmässig mit Stau rechnen.
© KEYSTONE/Arno Balzarini

Besonders prekär ist die Lage am Wochenende: Busse, die nicht mehr rechtzeitig verkehren oder Blaulicht-Organisationen, die in den Blechlawinen untergehen. Aufgrund des erhöhten Verkehrsaufkommens auf der Autobahn A13 zwischen Rothenbrunnen und Murg, wählen immer mehr Autofahrerinnen und Autofahrer einen Schleichweg durch Dörfer im Bündner- oder Sarganserland.

«Mittlerweile haben wir in den Dörfern praktisch jedes Wochenende lange Autokolonnen. Der Leidensdruck ist enorm hoch», sagt Marc Handlery, Geschäftsführer der Region Landquart, und fügt an: «Besonders für die Bevölkerung ist das extrem mühsam, lärmig und gefährlich.»

Vom sogenannten Ausweichverkehr betroffen sind fast 150'000 Einwohnerinnen und Einwohner in 46 Gemeinden und fünf Regionen. Sie wollen die Blechlawinen nicht länger über sich ergehen lassen. Vertretende der Regionen Viamala, Imboden, Plessur, Landquart und Sarganserland spannen nun zusammen und wollen das Problem gemeinsam an der Wurzel packen.

Hoffnung naht am runden Tisch

Diese Zusammenarbeit zeitigt nun einen ersten Teilerfolg. So soll im neuen Jahr ein Treffen der Gemeinden entlang der A13 und der Stadt Chur stattfinden, an dem neben den Gemeinden auch die Polizei und das Tiefbauamt des Kantons Graubünden, sowie das Bundesamt für Strassen (Astra) teilnehmen.

Dass sich die verschiedenen Interessenträger 2022 gemeinsam dem Problem des Strassenverkehrs annehmen, ist für Marc Handlery höchste Eisenbahn: «Es geht darum, sicherzustellen, dass die Durchfahrt durch alle Dörfer gewährleistet ist. Dabei muss ein Wille für eine gemeinsame Lösung vorhanden sein.»

Ausfahrtsperre noch nicht vom Tisch

Neu ist die Problematik indes nicht. Bereits im Oktober stellte der Gemeinderat von Bad Ragaz beim Astra den Antrag, die Ausfahrten entlang der A13 von Chur bis Sargans während Stosszeiten und bei Stau zu sperren, um so den Ausweichverkehr einzudämmen.

Ganz vom Tisch ist diese Idee noch nicht, wenngleich Astra und Kanton dem Ansinnen vorerst einen Korb erteilt haben. Im Zusammenhang mit dem Strassenverkehr in der Region wünscht sich Marc Handlery eine konstruktive Zusammenarbeit und sagt: «Es muss uns allen bewusst sein, dass sich wohl keine Lösung über Nacht realisieren lässt». Insofern fordert der Geschäftsführer der Region Landquart also auch eine Tugend, die generell bei Staus von Vorteil ist: Geduld.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 21. Dezember 2021 09:24
aktualisiert: 21. Dezember 2021 09:24
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