Konsumentenschutz

Saisonabos: Kulante und transparente Bedingungen gefordert

Linda Aeschlimann, 18. Februar 2021, 10:43 Uhr
Konsumentenschutz will, dass Fans wissen was mit ihrer Saisonkarte, im Falle eines Abbruches, passiert.,
© Keystone
Ein gewisse Solidarität ist gut und recht: Doch nach einem Jahr Corona fordert der Konsumentenschutz gleich lange Spiesse zwischen den Sportclubs und Fans. Dies rund um die Saisonabos, aber auch Tickets.

Die Fanliebe zu einem Sportclub ist für viele unendlich. In manchem Daheim ist sie teilweise beinahe grösser als die Liebe zum Partner oder der Partnerin. Für die «grosse Liebe» tut man alles. Koste es, was es wolle.

So durfte zum Beispiel auch der FC St.Gallen im letzten schwierigen Jahr viel Solidarität erfahren. Tausende Fans haben auf die Rückerstattung der Saisonabos verzichtet und im letzten Sommer voller Optimismus ein neues Abo gelöst.

Schonfrist vorbei

Nun schaltet sich der Konsumentenschutz ein. Die Anfragen zu verkauften Saisonabos und Tickets würden sich häufen. «Wir haben die Übersicht nicht und können daher keine Clubs nennen, die sich kundenunfreundlich verhalten. Wir appellieren aber an alle Sportorganisationen, nicht nur auf die Solidarität der Fans zu zählen», sagt Sara Stalder, Geschäftsleiterin des Konsumentenschutzes.

Nach der unerwarteten Krise des letzten Jahres müsste die Improvisation nun der Planung weichen. Konkret fordert der Konsumentenschutz klare Geschäftsbedingungen und abgestufte Lösungen. «Sportclubs sollen sich bereits jetzt überlegen, wie sie die Abos in Zukunft kundenfreundlicher ausgestalten können. Wir begrüssen, wenn es zwei bis drei Rückzahlungsmodalitäten gibt, die sich schliesslich an der Durchführungsdichte der Anlässe ausrichtet.» So würden die Fans im Vorfeld wissen, was sie erwartet, wenn eine Saison wieder nicht fertig oder ohne Publikum gespielt werden kann.

Laut Sara Stalder würde der Konsumentenschutz auch ungewöhnliche Lösungen begrüssen. «Hauptsache ist, dass die Fans genau wissen, was sie bekommen, wenn sie nicht den ganzen Betrag dem Sportclub spenden wollen.»

FCSG handelt vorbildlich

Der FC St.Gallen dürfte in dieser Sache auch in dieser Saison wieder vorbildlich handeln. Schon im letzten Sommer zeigte der Verein allen Saisonabonnentinnen und -abonnenten sowie Partnern verschiedene Varianten für die Kompensation von entgangenen Spielen auf. Eine Teilrückzahlung war als Option aufgelistet.

Auch für diese Saison seien Kompensationen geplant, sagt David Gadze, Mediensprecher des FC St.Gallen, auf Anfrage von FM1Today. «Wir wollen zunächst abwarten, unter welchen Rahmenbedingungen bezüglich Zuschauereinlass die Saison fertig gespielt werden kann. Dann werden wir auf die Saisonabonnenten und Partner zugehen und ihnen Kompensationsvorschläge unterbreiten.»

In diesem Zusammenhang mache sich die FCSG-Vereinsführung bereits jetzt Gedanken darüber, wie die Abogestaltung für die nächste Saison aussehen könnte. «Im Moment können wir dazu noch nichts Genaueres sagen.»

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 22. Februar 2021 06:43
aktualisiert: 18. Februar 2021 10:43