Graubünden

Steigende Coronazahlen: «Wir müssen einschreiten»

13. Oktober 2020, 17:51 Uhr
Der Bündner Regierungsrat und Gesundheitsdirektor Peter Peyer zweifelt an der Quarantänestrategie des Bundes.
© Keystone (Archiv)
Die Coronaansteckungen steigen weiter und die Ostschweizer Kantone wollen nicht mehr länger zusehen. In den nächsten Tagen wird nicht nur der Kanton St.Gallen neue Massnahmen einführen, auch für den Kanton Graubünden ist klar, dass es dringend schärfere Massnahmen braucht.

Die Wintersaison in Graubünden ist schon vor dem Start coronabedingt bedroht. «Wir müssen nun dafür sorgen, dass es nicht mehr zu weiteren Krankheitsfällen kommt. Deshalb werden wir einschreiten», sagt Peter Peyer, Vorsteher des Gesundheitsamtes Graubünden, gegenüber FM1Today. Bereits diesen Freitag will der Kanton die neuen Massnahmen kommunizieren.

Ein bisschen länger Zeit lässt sich der Kanton St.Gallen: Konkret über verschärfte Massnahmen informieren wird die Regierung nächsten Dienstag an einer Medienorientierung. Auch das Fürstentum Liechtenstein kündigt eine Orientierung zur aktuellen Coronvirus-Situation bereits auf Donnerstag an. Beim Kanton Thurgau gab es auf Anfrage keine Auskunft über eine Verschärfung der Massnahmen.

«Im Kanton Graubünden steigen die Ansteckungszahlen stark, wenn es so weiter geht, werden wir mit dem Contact-Tracing an den Anschlag kommen», sagt Peyer. Zurückhaltung zeigt Peyer bei der Teststrategie des Bundes. «Die Text-Kits sind beschränkt, wir können nicht unendlich viele Tests durchführen.» Der Bündner Gesundheitsdirektor befürchtet auf den Winter einen Engpass der Tests.

Auch zeigt sich Peyer nicht einverstanden mit den Quarantäne-Massnahmen des Bundes: «Zurzeit sind in Graubünden 1000 Personen in Quarantäne. Das ist ein halbes Prozent der Bevölkerung und dieses fehlt der Bündner Volkswirtschaft. So kann es nicht weiter gehen.»

Alle Ostschweizer Kantone sind derzeit in regem Kontakt untereinander: «Es gibt regelmässig Telefonkonferenzen unter den Kantonsärztinnen und Gesundheitsdirektionen», sagt Peyer. Der Austausch funktioniere gut. «Letztlich muss aber jeder Kanton selbst entscheiden, welche Massnahmen nötig und sinnvoll sind.»

(agm)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 13. Oktober 2020 18:57
aktualisiert: 13. Oktober 2020 17:51