Flums

Blauer Dunst über der Flumroc wirft Fragen auf

24. November 2020, 15:37 Uhr
Die Flumroc ist die einzige Produktionsstätte für Steinwolle in der Schweiz.
© Tagblatt (Archiv)
Je nach Wetterlage hängt über der Flumroc ein blauer Dunst, der den Anwohnern Sorgen bereitet. Zwei Kantonsräte haben sich nun mit einem Vorstoss an die Regierung gewandt. In der Stellungnahme der Flumroc heisst es, der Dunst sei gesundheitlich unbedenklich.

Die Flumroc AG produziert Steinwolle zur Wärmedämmung und gehört zu den grössten Arbeitgebern im Seeztal. Bei der Produktionsfabrik in Flums steigt immer wieder blauer Dunst aus den Kaminen. Dies bereitet der Bevölkerung seit Jahren Sorgen und nun hat auch die Politik reagiert. Die beiden SP-Kantonsräte Bernhard Hauser (Sargans) und Katrin Schulthess (Grabs) stellten eine Interpellation an den Regierungsrat. Sie fragen, ob die Bevölkerung durch die Flumroc gesundheitsschädlichen Emissionen ausgesetzt ist und warum keine funktionierenden Partikelfilter eingebaut wurden.

Wasser kondensiert an Salzkristallen

Die Flumroc hat mit einer schnellen Stellungnahme reagiert. Der grösste Schweizer Steinwolleproduzent versichert, dass die Kondensierungserscheinung gesundheitlich unbedenklich sei, wie der «Sarganserländer» schreibt. Der bläuliche Schimmer entstehe bei hoher Luftfeuchtigkeit und tiefer Temperatur, wenn Wasser an den heraustretenden Salzkristallen kondensiere.

Gemäss eigenen Angaben hat die Flumroc die Salzkristalle zusammen mit dem Amt für Umwelt und einem Messinstitut analysiert. Das Ergebnis: Die Salzkristalle seien nicht gesundheitsgefährdend.

Moderner Nass-Elektrofilter in Planung

Nichtsdestotrotz will die Flumroc diesen Dunst möglichst reduzieren und wird deshalb einen neu entwickelten Nass-Elektrofilter einbauen. Dieser werde die sichtbaren Emissionen nahezu vollständig eliminieren, heisst es in der Stellungnahme der Flumroc.

Der Filter sei ein Teil einer umfassenden Erneuerung der Produktionsanlage mit der auch Stickoxid und Schwefeldioxid weiter reduziert werden sollen. Das entsprechende Baugesuch wurde im März dieses Jahres eingereicht. Läuft alles nach Plan, wird die neue Produktionsanlage ihren Betrieb 2023 aufnehmen.

Die Stellungnahme der St.Galler Regierung zur Interpellation der beiden SP-Kantonsräte steht noch aus.

(agm)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 24. November 2020 17:58
aktualisiert: 24. November 2020 15:37