Unwetter in der Ostschweiz

Sitter führt Jahrzehnte-Hochwasser ++ 180 Meldungen im Kanton St.Gallen

19. August 2022, 18:56 Uhr
Über der Ostschweiz gingen in den letzten Tagen heftige Niederschläge nieder. Die St.Galler Feuerwehren hatten es am Freitag mit rund 180 Feuerwehreinsätzen zu tun.

Quelle: FM1Today/Dario Brazerol

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«Wir haben bislang rund 180 Meldungen wegen des Unwetters erhalten», sagt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, am Freitag um 17 Uhr. «Meist ging es um Wassereinbrüche in Häuser und Garagen, ausserdem mussten sich die Feuerwehrleute um ein abgedecktes Dach kümmern.» Zwischen Amden und Weesen habe eine Strasse gesperrt werden müssen.

Verletzt wurde laut Krüsi niemand. «Fast ausnahmslos gab es Probleme im St.Galler Rheintal, vereinzelte Meldungen gingen aus dem Linthgebiet ein.»

Sitter führt Jahrzehnte-Hochwasser

Gemäss Meteonews ist es in der Ostschweiz zu historischen Messungen gekommen. Seit 30 Jahren hat die Sitter im Appenzellerland nicht mehr so viel Hochwasser geführt.

Bund warnt vor Hochwasser

Über die Warnapp Alertswiss wurde vermeldet, dass die Sitter zwischen Häggenschwil und Bischofszell im Kanton Thurgau Hochwasser führt. «Verlassen Sie das betroffene Gebiet sofort», heisst es bei den Verhaltensempfehlungen des Bundes. Bei der Kantonspolizei Thurgau sind bislang keine Meldungen eingegangen. In Bischofszell hat die Feuerwehr das Ufer der Sitter kontrolliert. Dabei handle es sich um standardmässiges Vorgehen.

Der Bund warnt davor, dass die Sitter Hochwasser führt.

© alert.swiss

Parkplätze und Spazierwege in Innerrhoden gesperrt – Bahnlinie unterbrochen

Alle Hände voll zu tun haben auch die Innerrhoder Einsatzkräfte. «Es sind praktisch alle Feuerwehren im Einsatz», sagt Roland Koster, Mediensprecher der Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden. «Sie haben Parkplätze und zwei Spazierwege gesperrt, weil die Sitter über die Ufer getreten ist.» In Appenzell wurden vier Keller geflutet, in Schwende ist zudem die Linie der Appenzeller Bahn gesperrt – wegen Geröll im Bahntrassee.

In Amden ging zudem ein Erdrutsch niedergegangen. Die Strecke zwischen Autis und Amden ist aktuell bis auf weiteres gesperrt.

Der Erdrutsch in Amden.

© Leserreporter

(red.)

Quelle: Kapo SG
veröffentlicht: 19. August 2022 13:46
aktualisiert: 19. August 2022 18:56