Steinach

«Heimat» kämpft weiter gegen den Konkurs

23. Mai 2020, 06:36 Uhr
Die Zigarettenmarke «Heimat» wurde in Steinach geboren.
© Tagblatt/Chris Iseli
Beinahe hätte das Ostschweizer Tabakunternehmen Koch & Gsell mit Investoren einen Deal abschliessen können, um den Konkurs abzuwenden. Doch die Coronakrise verzögert die Verhandlungen. Nun zeichnet sich eine zweite Chance ab.

Seit fünf Jahren produziert die Firma Koch & Gsell in Steinach Zigaretten mit CBD-haltigem Hanf der Marke Heimat. Doch die Zukunft ist ungewiss. Die Firma kämpft gegen den Konkurs. Seit letztem September ist Koch & Gsell in Nachlassstundung, wie das Tagblatt berichtet. Damit erhielt das Unternehmen Zeit bis im März, um Geldgeber zu finden und sich mit den Gläubigern zu einigen.

Koch & Gsell gingen in Verhandlungen mit einer Investorengruppe aus dem Baltikum und machten gute Fortschritte. Dann kam Corona und die Verhandlungen wurden unterbrochen. «Wir sind aber weiterhin in Kontakt.» Die Verhandlungen sollten aber demnächst weitergeführt werden.

Dafür musste die Nachlassstundung verlängert werden. Offenbar waren damit nicht alle Gläubiger einverstanden. In einem Brief an das zuständige Gericht sprach sich ein ausländischer Lieferant offenbar gegen eine Verlängerung aus, das Unternehmen habe zu viele Schulden. Faktisch wäre das der Konkurs.

Gericht gewährt neue Frist

Am 17. März entschied das Gericht schliesslich, die Nachlassstundung bis zum 21. Juli zu verlängern. Einerseits habe das mit den Sparbemühungen bei Heimat zu tun, sagt Roger Koch. «Seit Dezember schreiben wir schwarze Zahlen. Deshalb sind unsere Gläubiger auch grossmehrheitlich zuversichtlich.» Andererseits haben sich die Produkte trotz Corona gut verkauft.

Im Vordergrund stehen weiterhin die lettischen Investoren. Das gestiegene Interesse stärke aber seine Position beim Abschluss der Verhandlungen. «Sobald Mitte Juni die Grenzen öffnen, sollte das geschehen können», sagt Koch.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 22. Mai 2020 20:04
aktualisiert: 23. Mai 2020 06:36