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Frauenfeld

Verletzte nach Motocross-Unfällen aus Spital entlassen – Polizei ermittelt

Robin Bernhardsgrütter/Thurgauer Zeitung, 8. Juli 2021, 06:50 Uhr
Während eines Nachwuchswettbewerbs beim Motocrossrennen in Frauenfeld letzten Samstag verletzten sich drei junge Fahrer und eine Sanitäterin. Alle vier Verletzten konnten das Spital mittlerweile wieder verlassen.
Vier Personen wurden beim Rennen in Frauenfeld verletzt.
© Thurgauer Zeitung

Am letzten Wochenende fand in Frauenfeld das 62. Motocross-Event statt. Nach einem Jahr Pause konnte die Veranstaltung mit mehr als 1000 Zuschauern durchgeführt werden. Mehrere schwere Unfälle überschatteten aber das Rennevent des Nachwuchses am Samstag. Die Zuschauer wurden dabei Zeugen mehrerer Unfälle.

Bereits am Samstagmorgen während eines Trainings trübte der Unfall eines 13-Jährigen die Stimmung an der Rennstrecke. Er stürzte nach einem Sprung ohne Fremdeinwirkung und verletzte sich. Zwei Sanitäterinnen waren vor Ort und versorgten den Buben neben der Strecke. Kurz darauf verlor ein zweiter ebenfalls 13-Jähriger an der gleichen Stelle die Kontrolle und kollidierte neben der Strecke mit einer der beiden Sanitäterinnen. Die 39-Jährige musste mit der Rega ins Spital Winterthur geflogen werden. Auch die beiden Fahrer wurden ins Spital gebracht.

Knochenbrüche und Fleischwunden

«Die beiden Jungen zogen sich verschiedene Knochenbrüche zu. Sie konnten aber das Spital bereits am Samstag wieder verlassen», sagt Andrea Läderach, Präsidentin des Organisationskomitees des veranstaltenden Motor- und Radsportvereins Frauenfeld, gegenüber der «Thurgauer Zeitung». «Die Sanitäterin wurde mit der Rega ins Spital geflogen. Sie hatte schwerere äussere Verletzungen und musste operiert werden», fährt Läderach weiter. Die Sanitäterin konnte das Spital am Montag wieder verlassen.

Das Motocrossevent war nach den Unfällen für rund zwei Stunden unterbrochen worden. Um das Programm noch einhalten zu können, wurden statt zweier Rennläufe nur einer ausgetragen. An einen Rennabbruch habe man nie gedacht. Auch heute unterstreicht die OK-Präsidentin trotz Kritik an der Rennstrecke ihren Entscheid. Läderach betont: «Solche Unfälle gehören zum Motocross dazu. Die Strecke gibt es so seit 20 Jahren. An einen Rennabbruch haben wir nie gedacht.»

Weiterer Unfall am Samstagnachmittag

Im Verlauf des Tages kam es zu einem weiteren Unfall an einer anderen Stelle der Strecke. Ein 11-jähriger Rennfahrer stürzte nach einem Sprung und musste ebenfalls mit dem Rettungshubschrauber ins Spital geflogen werden. Über seinen Gesundheitszustand ist nichts Genaueres bekannt, er habe sich aber ebenfalls Knochenbrüche zugezogen.

Warum diese Unfallserie dieses Jahr passieren konnte, kann sich Läderach nicht erklären. «Wir hatten jetzt einige Jahre mit sehr wenigen Unfällen. Dieses Jahr waren es wieder ein paar mehr. Das gehört zum Rennsport.» Solch eine Massierung von Unfällen könne es immer wieder geben.

Die Unfälle habe auch nichts mit Trainingsrückständen wegen Corona zu tun. Die Fahrer konnten auch während der Pandemie in Italien trainieren. Läderach betont: «Eine Erklärung für diese Unfälle zu finden wäre reine Mutmassung.» Weitere nennenswerte Ereignisse habe es keine gegeben.

Kantonspolizei und Staatsanwaltschaft Thurgau ermitteln

Die Kantonspolizei sperrte nach den Unfällen jeweils die Rennstrecke für insgesamt drei Stunden und gab sie danach wieder frei. Sie ermittelt jetzt mit der Jugendanwaltschaft der Staatsanwaltschaft Thurgau den Unfallhergang. Ebenfalls laufen bei der Kantonspolizei strafrechtliche Untersuchungen. Die Kantonspolizei und die Staatsanwaltschaft können dazu derzeit noch keine Auskunft geben.

Robin Bernhardsgrütter/Thurgauer Zeitung
Quelle: Thurgauer Zeitung
veröffentlicht: 8. Juli 2021 06:50
aktualisiert: 8. Juli 2021 06:50