Ein Bus als Taxi

Wie Toggenburger Gemeinden besser ans ÖV-Netz angeschlossen werden

· Online seit 27.11.2023, 18:01 Uhr
In den Gemeinden Nesslau und Wildhaus-Alt St. Johann nimmt per 12. Dezember ein Fahrdienst auf Verlangen den Betrieb auf. Wer mitfahren will, bucht die Fahrt nicht per Telefon, sondern per App und wird zur gewünschten Zeit abgeholt.
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Der Fahrplanwechsel bringt ein neues Mobilitätsangebot in die beiden Obertoggenburger Gemeinden Nesslau und Wildhaus-Alt St. Johann. Ab Dienstag, 12. Dezember, verkehren dort die elektrischen Busse von «mybuxi».

Anders als beim klassischen öffentlichen Verkehr sind die sieben-plätzigen Fahrzeuge nicht auf einer definierten Strecke mit einem festen Fahrplan unterwegs. Als Ergänzung zum Postauto und zum Zug fahren sie die Passagiere, wann immer es diese möchten. So schreiben es das Energietal Toggenburg und «mybuxi» in einer Medienmitteilung.

Erschliessung von Dörfern und Quartieren

Die beiden Gemeinden würden sich anbieten, um einen Fahrdienst auf Verlangen zu testen. Zahlreiche Einwohnerinnen und Einwohner leben in Gegenden, die nicht vom Postauto oder vom Zug erschlossen sind. Sie sind häufig auf ein Auto angewiesen, um diese «letzte Meile» zwischen ihrem Zuhause und einer Haltestelle des öffentlichen Verkehrs zu überwinden.

Der Fahrdienst wird gemäss Mitteilung zu Beginn von 6 bis 24 Uhr betrieben. Die Betriebszeiten würden entsprechend der Nachfrage angepasst werden.

Und so funktioniert's

Wer diesen Fahrdienst auf Verlangen nutzen will, braucht die App von «mybuxi». Wer einmal registriert ist, kann eine Fahrt buchen. Dafür müssen eine virtuelle Haltestelle als Startort und die Anzahl Fahrgäste sowie der Zielort gewählt werden. Es ist auch möglich, eine Fahrt im Voraus auf eine bestimmte Zeit zu vereinbaren. Auf der App ist jeweils ersichtlich, welche Strecke der Bus zurücklegt.

Denn: Er fährt eine Route, auf der er möglichst effizient die verschiedenen Fahrgäste vom gewünschten Ort abholen und an die gewünschte Destination fahren kann. Abgerechnet wird der Service nach Zonen, wobei jede Gemeinde eine Zone darstellt. Bezahlt werden die Einzelfahrten. Der Fahrdienst bietet für Personen, welche die Dienstleistung häufiger nutzen, Abonnemente an.

Fahrerinnen und Fahrer aus der Region

Hinter dem Steuer der sieben-plätzigen elektrisch betriebenen Fahrzeugen sitzen Fahrerinnen und Fahrer aus der Region. Wie oft sie diesen Fahrdienst leisten, können sie laut Mitteilung selbst entscheiden. Jeder Einsatz dauert zwischen vier und fünf Stunden und wird finanziell entschädigt.

Die Idee des Projektes stammt aus der Fokusgruppe «Nachhaltige Mobilität im Toggenburg». Im Rahmen dieses Projekts wurden im Jahr 2021 verschiedene Partner aus der Region zusammengeführt und Mobilitätsangebote vorbereitet, die eine CO2-Reduktion im Verkehr ermöglichen.

(red.)

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veröffentlicht: 27. November 2023 18:01
aktualisiert: 27. November 2023 18:01
Quelle: FM1Today

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