Pornostars, Sexshows und Fingerfood

Von Vanessa Kobelt
Das ehemalige Bordell von Ex-Radprofi Beat Breu wird neu eröffnet.
Das ehemalige Bordell von Ex-Radprofi Beat Breu wird neu eröffnet. © FM1Today/Vanessa Kobelt
Der Sex-Club in Oberbüren, der einst dem St.Galler Ex-Veloprofi Beat Breu gehörte, wird neu eröffnet. Im «Club Elegant» sollen Kunden schon bald auf ihre Kosten kommen. Bei der Gemeinde ist man nicht begeistert.

Das Wildwest-Bordell «Longhorn-City» in Oberbüren war weit über die Ostschweiz hinaus bekannt. Mit dem 2001 gegründeten Sex-Club versuchte der St.Galler Ex-Veloprofi Beat Breu alias «Bergfloh» Geld zu verdienen. Nach einem Jahr war das Projekt gescheitert und Breu musste Konkurs anmelden. Nach ihm versuchten noch ein paar andere Leute, dem Lust-Saloon wieder Leben einzuhauchen – jedoch erfolglos. Nun wird das Lokal komplett umgebaut und soll bald neu eröffnet werden.

Abfall raus, Frauen rein

«Wir haben mehr als 30 Tonnen Abfall rausgeworfen und das ganze Gebäude renoviert», sagt der neue Besitzer Aleks*, der seinen richtigen Namen nicht in den Medien lesen will. «Der neue Sauna-Club hat absolut nichts mehr mit dem Lokal von Beat Breu zu tun». Wie viel der Umbau kosten wird, kann Aleks noch nicht beziffern. Der neue Sauna-Club heisst jetzt «Club Elegant» und wird eines der grösseren Bordelle in der Ostschweiz werden. «Wir sind ein Team von vier Leuten und zu Beginn werden sich rund 15 Frauen um die Bedürfnisse der Kunden kümmern», sagt Aleks. «Später werden es dann so 20 Frauen sein, mehr möchte ich aber nicht.»

Gemeinde ist nicht begeistert

Die Gemeinde Oberbüren bestätigt, dass im Industriegebiet wieder ein Bordell eröffnet. Bis jetzt sind laut Gemeindepräsident Alexander Bommeli alle Vorgaben erfüllt worden, das Lokal ist zonenkonform und die Bewilligungen laufen. Trotzdem stehe man dem Ganzen mit gemischten Gefühlen gegenüber. «Uns hätte es gefallen, wenn es dort draussen bei einem Gewerbe- und Industriegebiet geblieben wäre. So lange sich aber alle an die Regeln halten, darf dieser Club natürlich eröffnet werden», sagt Bommeli. Die Polizei werde den Club aber sicher im Auge behalten.

Poppige Eröffnungsfeier

Eigentlich hätte der neue «Club Elegant» Ende August seine Türen öffnen sollen, wegen der Bauarbeiten könnte sich die Eröffnung aber bis Mitte September verzögern. «Wir werden über unsere Homepage informieren, wann es soweit ist. Es gibt eine grosse Eröffnungs-Party mit Pornostars, Porno-Shows und Fingerfood», verspricht Aleks begeistert.

In der Sauna schwitzen

FM1Today durfte schon jetzt einen Blick ins neue Bordell werfen (siehe Bildergalerie). Farbige Lichter, Sternenhimmel und Stühle in Form von High Heels sind erste Blickfänger. Nebst Zimmern mit modernen Möbeln, Badezimmern und Umkleideräumen, gibt es im unteren Stock auch einen Spa-Bereich mit Bio-Sauna und Whirlpool. «Im Spa dürfen sich die Gäste überall mit den Frauen vergnügen, – von mir aus auch auf dem Boden», sagt Aleks schmunzelnd. «Für mehr Privatsphäre kann man natürlich den Schlüssel für ein Zimmer haben.»

Im Gangbang-Zimmer fehlt das Bett

Oberste Priorität hat im «Club Elegant» laut Aleks die Sauberkeit und Hygiene. «Wir werden eine Putzfrau bei uns haben, die permanent anwesend ist und alles sauber hält. Bei so einem grossen Club gibt das viel Arbeit». Viel Arbeit gebe auch das Einrichten des Lokals, – es sei noch längst nicht alles dort, wo es hin muss. «Im Gangbang-Zimmer fehlt zum Beispiel noch das grosse Bett und auch die Leinwand im Sex-Kino muss noch aufgehängt werden».

Stangentanz und Séparées

Im oberen Stock des Clubs steht dafür schon eine Bühne, auf der Frauen an der Stange tanzen werden. Der ganze Raum könnte auch eine normale Disco sein, wären da nicht einige Séparées, in denen sich die Kunden mit Tänzerinnen zurückziehen können. «Als wir den Club übernommen haben, war alles heruntergewirtschaftet und voller Abfall. Jetzt können sich die Gäste auf ein komplett neues Ambiente freuen», sagt Aleks.

Grosses Gesprächsthema

Bei den Nachbarn habe sich Aleks bereits vorgestellt und ein positives Feedback erhalten. «Ich denke, wir werden ein gutes Verhältnis haben. Die Leute freuen sich, dass hier endlich wieder etwas los ist.» Laut Aleks können es einige Gäste sogar kaum erwarten, bis der «Club Elegant» aufgeht. «Egal ob in Zürich, Aargau oder in der Ostschweiz, immer wieder höre ich Leute darüber spekulieren, wann es denn endlich los geht. Der Club ist offenbar ein grosses Gesprächsthema.» Auch seien Leute plötzlich auf der Baustelle gestanden, in der Hoffnung, der Betrieb laufe schon. Noch müssen sich die Gäste aber etwas gedulden, bis sie kommen dürfen.

*Name der Redaktion bekannt

(kov)


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