Schalke zwischen Nachdenklichkeit und Zuversicht

Nachdenklich trotz aller Zuversicht: Schalkes Trainer Domenico Tedesco
Nachdenklich trotz aller Zuversicht: Schalkes Trainer Domenico Tedesco © KEYSTONE/EPA/FRIEDEMANN VOGEL
Nach zwei Niederlagen ist Schalke im Bundesliga Duell bei Borussia Mönchengladbach am Samstagabend um 18.30 Uhr gefordert.

Schalkes Trainer Domenico Tedesco, der Breel Embolo zuletzt von Beginn an berücksichtigte, ist vor dem schweren Programm mit sieben Spielen in drei Wochen schon als Krisenmanager gefragt.

Demonstrative Gelassenheit oder begründetes Selbstbewusstsein? Nach zwei Niederlagen zum Saisonstart wächst der Druck auf Schalke vor dem Westduell in Gladbach. Doch Tedesco scheint die knifflige Lage zum Auftakt der englischen Wochen fast schon zu geniessen. «Natürlich hätten wir die ersten zwei Spiele gerne gewonnen. Es ist eine spannende Situation, irgendwie geil», sagte Tedesco am Freitag. «Jetzt können wir an den richtigen Stellschrauben drehen, um wieder die Mannschaft zu werden wie im Vorjahr.»

Der 33 Jahre alte Coach könnte erstmals in seiner Amtszeit drei Bundesliga-Niederlagen nacheinander kassieren. Dennoch bleibt er positiv eingestellt: «Für mich ist das auch eine neue Situation. Wir reden nichts schön, verlieren aber nicht die Ruhe.» Allerdings sehnen alle angesichts des happigen Programms mit dem Champions-League-Auftakt gegen Porto am Dienstag und dem folgenden Heimspiel gegen Bayern München ein Erfolgserlebnis herbei.

«Wichtig ist, die richtige Balance zu finden und Sicherheit zu gewinnen. Und wir wollen mutig spielen», sagte Tedesco vor dem Spiel im Borussia-Park.

Tedesco weiss, dass sich der Kredit der Vorsaison, als er den Revierclub in der Meisterschaft auf den 2. Platz führte, irgendwann aufbrauchen könnte. «Ich bin nicht der Blauäugige, der sagt: Ich bin vergangene Saison mit Schalke in die Champions League gekommen, jetzt möchte ich die Lorbeeren der vergangenen Spielzeit einsammeln und endlos Kredit haben», sagte der Coach unlängst in einem Interview.

Doch das Vertrauen in den Trainer ist riesig. Die Situation sei mit der vor zwei Jahren, als Schalke mit Markus Weinzierl sogar mit fünf Bundesliga-Pleiten startete, «überhaupt nicht vergleichbar», betonte der Sportvorstand Christian Heidel. «Damals war alles neu, der Trainer, der Manager, die Spieler. Jetzt sind wir eine gewachsene Einheit. Es muss sich keiner Gedanken machen, dass hier irgendjemand unruhig wird. Wir werden alles daransetzen, dass wir wieder Tore schiessen und Spiele gewinnen.»

Laut Captain Ralf Fährmann besitzt man dank Tedesco das Rüstzeug, mit Rückschlägen umzugehen. «Das Fundament, das wir in der letzten Saison gelegt haben, gibt uns die Sicherheit, jetzt cool zu bleiben», sagte der Torhüter.

Gladbachs Trainer Dieter Hecking, dessen Team mit vier Punkten gut in die Saison gekommen, lässt sich von Schalkes schwachen Auftritten in Wolfsburg (1:2) und gegen Hertha (0:2) nicht blenden. «Vor aussen wird viel Druck auf die Mannschaft aufgebaut. Aber es wäre fatal, Schalke lediglich an den ersten beiden Bundesligaspielen zu messen», mahnte er. Schliesslich sei der Gegner vom Kader her noch ein wenig besser aufgestellt als Gladbach. «Und Domenico Tedesco wird seine Mannschaft akribisch auf uns vorbereiten und wird alles versuchen, den negativen Trend zu stoppen», sagte Hecking.

Denis Zakaria, der in der Schweizer Nationalmannschaft zuletzt überzeugen konnte, stand in den ersten beiden Bundesliga-Partien nicht in der Startformation. Dies hängt fürs Erste mit dem Systemwechsel zusammen, den Hecking nach der letzten Saison vorgenommen hat. Er lässt nicht mehr mit zwei defensiven Mittelfeldspielern spielen – von denen Zakaria einer war – sondern mit einem einzigen Sechser vor der Viererabwehr. Die Rolle des Sechsers füllt bislang Tobias Strobl aus.

(SDA)


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