Schlechtes Wetter füllt die Pisten

Bei Nebel werden auch die Bergbeizli auf dem Pizol häufiger besucht. (Archivbild)
Bei Nebel werden auch die Bergbeizli auf dem Pizol häufiger besucht. (Archivbild) © Keystone/Arno Balzarini
Während zwei Saisons haben die Skigebiete Pizol im FM1-Land und Belalp im Wallis «meteo-dynamisches Pricing» ausprobiert. Das Experiment hat sich ausbezahlt: Die wetterabhängigen Tageskarten lockten viele neue Kunden auf die Pisten – der Umsatz beträgt 330’000 Franken.

In den letzten beiden Wintersport-Saisons hat das Wetter den Preis für Tageskarten in den Skigebieten Pizol und Belalp bestimmt. Wer trotz Schneefalls und schlechter Sicht skifahren oder snowboarden ging, konnte bis zu 50 Prozent sparen.

Nun ist das Forschungsprojekt der Fachhochschule (FHS) St.Gallen beendet. Dietmar Kremmel, der das Projekt leitet, zieht eine positive Bilanz: «Unsere Untersuchungen zeigen, dass eine wetterabhängige Tageskarte wirksame Kaufanreize setzt und zusätzliche Kunden in die Skigebiete locken kann.» Bei einem starren Preis sei die Gefahr gross, dass das Preis-Leistungsverhältnis schnell nicht mehr stimmt.

Umsatz übertrifft Rabatte

Die beiden Skigebiete im Sarganserland und im Oberwallis verzeichneten 3500 Buchende, die einen Umsatz von 330’000 Franken generierten. Dank der Kunden, die ausschliesslich aufgrund der wetterabhängigen Tageskarte auf die Piste gingen, nahmen die Skigebiete 160’000 Franken ein. «Damit überstieg der Zusatzumsatz die Rabattkosten bei weitem», teilt die FHS St.Gallen mit.

Klaus Nussbaumer, Geschäftsführer der Pizolbahn, konnte vom Experiment profitieren: «Wir haben in den vergangenen zwei Saisons sehr viele Tageskarten verkauft. Dies auch an Tagen, an denen das Wetter nicht optimal war», sagt er auf Anfrage von FM1Today. Besonders attraktiv für Nussbaumer: «Unter jenen, die wetterbedingte Tickets gekauft haben, konnten wir 35 Prozent neue Gäste begrüssen.»

«Wollen Modell fix integrieren»

Für die Pizolbahn gibt es keinen Grund, das Projekt nicht weiterzuführen. «Wir haben uns die Analyse der FHS angeschaut, werden noch das eine oder andere verfeinern und das Modell dann fix bei uns integrieren», sagt Geschäftsführer Nussbaumer. Das «meteo-dynamische Pricing» sei zwar nur eines der Felder, die man pflegen und bewirtschaften muss, «aber es trägt dazu bei, die Auslastung und die Zufriedenheit zu erhöhen und neue Gäste zu gewinnen».

Wie Projektleiter Dietmar Kremmel bekanntgibt, wollen nach der Beendigung des Projektes neben der Pizolbahn und Belalp in Zukunft weitere Skigebiete wetterabhängige Tageskarten verkaufen.

(lag)


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