Bundeslager 2022

30'000 Pfaderinnen und Pfader in Goms: «Es ist noch ziemlich unwirklich»

Stefanie Rohner, 22. Juli 2022, 08:12 Uhr
Vom 23. Juli bis zum 6. August verwandelt sich Goms im Wallis zum grössten Pfadilager der Schweiz. Das Bundeslager, kurz Bula, findet nur alle 14 Jahre statt, deshalb ist die Freude aller Beteiligten riesig.

Während zwei Wochen werden 30'000 Teilnehmende Goms besiedeln. 5000 Helfende und 500 Leute vom Organisationskomitee und die Leiterinnen und Leiter der einzelnen Pfadigruppen sorgen für einen reibungslosen Ablauf. Die Co-Leiterin Seraina Schwizer, die ursprünglich aus Uzwil stammt, ist mittendrin und voller Vorfreude.

«Es ist noch ziemlich unwirklich, aber es fühlt sich auch so an, als wäre es schon losgegangen, da ich seit zwei Wochen auf dem Lagerplatz bin», sagt sie. Schon vor dem Start waren 1000 Helfende und rund 5000 Einheitsleitende vor Ort, die dafür sorgen, dass das Material der Gruppen auf dem richtigen Platz abgeladen wird. «Ich kann mir kaum vorstellen, wie es ist, wenn 30'000 Menschen hier sind», sagt Seraina.

Motivierte Leute erleichterten Aufbau

Der Aufbau sei intensiv gewesen, es gab viel zu organisieren, aber nachdem die Basisinfrastruktur, die Schattenspender und Lagerbauten standen, habe es gebessert. «Die kleineren Sachen werden teils auch noch gemacht, wenn das Lager schon gestartet ist. Dem guten Wetter und motivierten Leuten haben wir zu verdanken, dass wir im Plan liegen», sagt Seraina. Auf die Hitze sei man vorbereitet, es gibt Schattenspender und genügend Wasser auf dem Lagerplatz. Seit dieser Woche gibt es im Kanton ein Feuerverbot, deswegen darf nur noch mit Gas statt mit Holz gekocht werden.

«Wird schwer, Ruhe zu finden»

Mit 30'000 Pfadi-Mitgliedern vor Ort ist es wichtig, alles im Überblick behalten zu können. «Als Co-Leiterin bin ich mit zwei weiteren Leitern verantwortlich für das ganze Lager. Den Überblick behalten wir durch gute Strukturen und Informationsflüsse», sagt sie. Was Einzelne machen würden, wisse sie aber nicht, das Bula sei in sieben Ressorts aufgeteilt. «Wir haben gute Methodiken, um auf Überraschungen zu reagieren. Und jeder Tag wird ein Überraschungs-Ei sein», sagt sie und lacht.

Sie ist gespannt, wie es sein wird, wenn alle angekommen sind. «Es wird sicher eine Herausforderung, herauszufinden, wie das Zusammenleben funktionieren wird. Da kommen verschiedene Traditionen zusammen, die hoffentlich kompatibel sind», so die Co-Leiterin.

«Schön, dass die Pfadi so beliebt ist»

Ihre persönliche Herausforderung werde sein, genügend Ruhe und Schlaf zu finden. «Bei so vielen Eindrücken könnte ich sicher 24 Stunden da sein. Da ich nichts verpassen will, wird es schwer sein, genügend Schlaf zu bekommen.»

Es heisst, das Bundeslager 2022 sei das Grösste bislang, nie habe es so viele Anmeldungen gegeben. «Es ist schön, dass die Pfadi so beliebt ist derzeit. Ich denke, das hat mit dem Interesse an der Natur, wegen des gesellschaftlichen Wandels und mit dem Interesse an nachhaltigen Themen zu tun. Und während der Pandemie haben viele gemerkt, wie wichtig Freundschaften sind», sagt Seraina.

«Höre besser auf meinen Pfadinamen»

Seraina Schwizer ist selbst in der Pfadi seit sie ein Kind ist und es ist ihr zweites Bundeslager, bei dem sie dabei sein kann. «In der Pfadi gab es nie einen Leistungsdruck. Mir gefiel es so gut, weil viele Freundschaften geschlossen wurden und wir viele Abenteuer erleben konnten», sagt Seraina, deren Pfadiname Kolibri ist. Auf diese Namen sei man in der Pfadi besonders stolz. «Aktuell höre ich wohl besser auf meinen Pfadinamen», sagt sie und lacht.

Interessierte können das Bula übrigens besuchen. Dafür können auf der Website Tickets gekauft werden. Besucherinnen und Besucher sollten aber mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, mit den Auto zu kommen, sei keine Option, die An- und Rückreise sei im Ticket inbegriffen. «Wir freuen uns, Einblick in die Pfadi und das Bula geben zu können», sagt Seraina.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 22. Juli 2022 05:59
aktualisiert: 22. Juli 2022 08:12
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