Kein Schweizer Podestplatz in Veysonnaz

Fanny Smith sicherte sich zum Saison-Abschluss bei ihrem Heimrennen in Veysonnaz den Gesamt-Weltcup-Sieg
Fanny Smith sicherte sich zum Saison-Abschluss bei ihrem Heimrennen in Veysonnaz den Gesamt-Weltcup-Sieg © KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
Beim Saisonfinale der Skicrosser in Veysonnaz geht die Schweiz leer aus. Dennoch haben die Fans Grund zur Freude. Fanny Smith gewinnt den Gesamtweltcup, Sixtine Cousin wird Rookie des Jahres.

Als mitten in der Siegerehrung Fans des französischen Skicross-Tross die Abschrankungen überschritten und zu ihren beiden Podiumsfahrer Jean-Frédéric Chapuis (1.) und Bastien Midol (3.) vorpreschten, konnten die um das Podium postierten Aufpasser nicht mehr rechtzeitig reagieren. Es war ein Bild mit Symbolcharakter beim letzten Skicross-Rennen der Saison: die Schweizer wurden von den Franzosen am Sonntag noch ein letztes Mal überrascht. Was zuvor ihre Athleten auf der Piste von Veysonnaz schafften, taten ihnen die Fans nach.

Die Tricolore sicherte sich im Wallis, unter grossem Lärmpegel der aus Frankreich mitgereisten Fans, drei Podiumsplätze. Bastien Midol durfte bei den Männern neben dem Scheck für den 3. Rang beim Saisonfinale zusätzlich die Kristallkugel für den Gewinn des Skicross-Gesamtweltcups entgegennehmen, Chapuis verwies durch seinen Sieg im Wallis den Schweizer Alex Fiva in der Gesamtwertung auf den 3. Platz. Und bei den Frauen war Alizée Baron, die hinter der Kanadierin Marielle Thompson und der Schwedin Sandra Näslund Dritte wurde, mitverantwortlich dafür, dass Fanny Smith (7.) an ihrem Heimevent ohne Podiumsplatz blieb.

Trotz des für ihre Verhältnisse enttäuschenden Abschneidens liess sich Smith die Stimmung am Heimevent nicht nachhaltig verderben. Schliesslich blieb ihr zum grossen Trost der Gewinn des Gesamtweltcups. Ihre zweite Kristallkugel nach 2013 war der WM-Zweiten von Park City bereits mit dem Erreichen der Halbfinals sicher, ihre erste Verfolgerin Sandra Näslund kam trotz der 2. Platzes zum Abschluss lediglich auf 44 Punkte an die Waadtländerin heran. «Dieser Triumph bedeutet mir noch mehr, als der von 2013», sagte Smith nach der Medaillenzeremonie. «Ihn mit meiner Familie und meinen Freunden hier zu teilen, macht es sehr speziell.»

So schnell die 26-Jährige die Niederlage in Veysonnaz analysiert und abgehakt zu haben schien, so rasch blickte sie bereits voraus. «Ich habe bei diesen Schneeverhältnissen Probleme. Diese müssen wir in der neuen Saison besser in den Griff bekommen», sagte sie. Ihre Entwicklung sei auch mit 26 Jahren noch nicht abgeschlossen, es gebe noch einige Dinge, die sie verbessern könne. «Aber was genau werde ich nicht verraten.»

Bei den Männern hatte der Bündner Alex Fiva ebenfalls lange auf einen weiteren Triumph im Gesamtweltcup hoffen können. Wie bei Smith wäre es nach 2013 der zweite Erfolg gewesen. Letztlich musste er der französischen Phalanx um Bastien Midol und Chapuis den Vortritt lassen. Dennoch gab sich der 33-jährige Routinier versöhnlich mit einer Saison, die für ihn auch einige harte Momente beinhaltet hatte. Da war der 4. Platz an den Weltmeisterschaften in Park City, der noch «länger» an ihm genagt habe. «Aber es war eine spannende Saison und schlussendlich bin ich doch happy», so Fiva.

Der Auftritt in Veysonnaz darf Fiva getrost als Erfolg abbuchen, obwohl er den vierten Podestplatz in dieser Saison klar verpasste. Hinter Romain Détraz, dem im grossen Final nur der 4. Rang blieb, war Fiva als Sechster der zweitbeste Schweizer am Heimevent. Fiva war im Training nach einem Sprung nur knapp einem fatalen Sturz entkommen, musste danach seine Probe allerdings abbrechen. «Ich bin den neuen Streckenabschnitt im Achtelfinal zum ersten Mal wirklich gefahren», sagte Fiva.

Obwohl am Heimevent keine weiteren Podestplätze mehr dazu kamen, wurde die Schweiz als erfolgreichste Nation dieser Saison ausgezeichnet. 18 Mal stand ein Athlet von Swiss Ski auf dem Podium. Zudem durfte mit Sixtine Cousine, die in Veysonnaz nach einem Sturz 14. wurde, eine weitere Schweizerin die Auszeichnung als Rookie des Jahres entgegennehmen.

(SDA)


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