So darfst du dein Auto schmücken

Von Leila Akbarzada
Das geht über die Toleranzgrenze hinaus: Wer eine Fahne aus dem Auto streckt, riskiert eine Anzeige (Archivbild).
Das geht über die Toleranzgrenze hinaus: Wer eine Fahne aus dem Auto streckt, riskiert eine Anzeige (Archivbild). © KEYSTONE/Gaetan Bally
In Zeiten wie diesen sieht man wieder öfters bunte Autos mit Fähnchen beschmückt durch die Strassen fahren. Doch dabei muss man ein paar Sicherheitsvorschriften beachten, denn gewisse «Verzierungen» sind verboten.

Viele Fans möchten während der WM ihre Zugehörigkeit zu einer Mannschaft zeigen. Die einen machen es mit T-Shirts, die anderen mit umgehängten Fahnen und wieder andere benutzen ihr Auto, um über die bevorzugte Mannschaft zu informieren. Fahnen sind ein beliebtes Symbol am Auto. Dabei gilt es, bestimmte Punkte zu beachten, wie der TCS schreibt. Dieser empfiehlt folgende Verhaltensregeln:

-Die allgemein bekannten Auto-Fähnchen sollten nur an den hinteren Seitenscheiben befestigt werden. Mit den montierten Fähnchen sollte man aber nicht auf die Autobahn, da diese sich bei hohem Tempo lösen – und den nachfolgenden Verkehr gefährden könnten. Durch die Fähnchen darf das Sichtfeld des Fahrers nicht beeinträchtigt werden.

So ist's ok: Die Fähnchen dürfen bei den hinteren Scheiben eingeklemmt werden (Archivbild).

Mit diesen Fähnchen sollte man laut TCS nicht auf die Autobahn (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

-Dasselbe gilt auch für Beschriftungen und sonstige Aufkleber. Diese können überall am Fahrzeug angebracht werden, ausser auf Beleuchtungs- und Signalanlagen, der Frontscheibe und der seitlichen vorderen Fenster. Wenn das Fahrzeug nur über einen Aussenspiegel verfügt, muss auch die Heckscheibe frei bleiben.

-Wimpel und Maskottchen am Innen-Rückspiegel sind tabu. Auch sie behindern das Sichtfeld des Fahrers und verringern durch die Bewegung während der Fahrt die Sensibilität des Fahrers auf Fussgänger und Radfahrer.

Schriftzüge auf der Frontscheibe sind in der Schweiz nicht erlaubt (Archivbild).

Blumenketten am Rückspiegel sind verboten. (Bild:Keystone/apn Photo/Uwe Lein)

-Eine Sonnenschutzmatte ist schnell montiert und erfüllt ihre Aufgabe als Schutz vor einem übermässig erhitzten Fahrzeug. Natürlich ist diese vor jeder Fahrt zu entfernen. Die auffällig bedruckten Matte kann auch mitgenommen und so zum Anfeuern der Nationalmannschaft dienen.

-Als Neuheit auf dem Markt gelten die Mirror-Flags. Sie werden einfach über den Aussenspiegel gestülpt und festgezogen. Die wirksame Spiegelfläche darf jedoch nicht beeinträchtigt werden.

Solche Mirror Flags sind seit einigen Jahren hoch im Trend (Symbolbild).

Mirror-Flags dürfen den Spiegel nicht bedecken. (Bild: iStock)

Wie streng diese Regeln von der Polizei durchgesetzt werden, hängt unter anderem auch davon ab, wo man sich bewegt. Die Polizei der Stadt Bern geht eher locker mit dem Thema Fahnen um und hat die Regeln in einem Blogbeitrag ausgeführt. Sie hat eines ihrer Fahrzeuge geschmückt um zu zeigen, was erlaubt ist und was nicht. Im Einsatz sei das Auto jedoch nicht geschmückt, wurde noch angefügt.

Streng gegen Autocorsos in St.Gallen

Auch beim Thema Autocorso ist man in Bern eher locker unterwegs, man gibt sogar noch Tipps, «falls Fans entgegen unserer Empfehlung einen Autocorso durchführen möchten».

Strenger ist man im Kanton Waadt, der eigens für die WM 2018 ein schriftliches Regelwerk veröffentlicht hat, in dem klipp und klar steht, dass nach einer Stunde nach Spielende die Fans belangt werden, die immer noch grundlos hupen. Auch im Kanton St.Gallen lässt man begrenzt Toleranz walten. «Das Hupkonzert ist höchstens bis zu einer Stunde nach Spielende tolerierbar, aber nicht nach Mitternacht», sagt Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen.

Auch bei WM-Sieg strikt

Sobald die Sicherheit gefährdet sei, greife man ein, zum Beispiel auch bei Autocorsos. «Wenn ein Autocorso beispielsweise die Gegenfahrbahn blockiert, ist das verkehrsgefährdend. Solche Autofahrer werden verzeigt», erklärt Krüsi. Man sei «im Kleinen tolerant, im Grossen konsequent»: «Uns ist wichtig, dass ein friedliches Nebeneinander während dieser Zeit stattfinden kann. Denn nicht alle Menschen mögen Fussball», sagt er. Es gebe auch viele Menschen, die es sich nicht leisten könnten, so lange aufzubleiben. «Toleranz und Rücksicht ist von allen Seiten gefragt. Es ist ja eine absehbare Zeit.»

Die Kantonspolizei wird auch hart bleiben, sollte die Schweiz Weltmeister werden. «Die Euphorie wäre sicher grösser, aber auch dann gilt: Arten das Feiern so aus, dass die Sicherheit anderer Menschen gefährdet wird, schreiten wir ein», sagt Krüsi. Wenn Fussballfans dann zum Beispiel auf Autodächern und Motorhauben sitzen oder stehen, werde das Konsequenzen haben. «Das ist nicht erlaubt, auch wenn die Schweiz Weltmeister wird.»

(lak)


Newsletter abonnieren
8Kommentare
noch 500 Zeichen

HTML-Version von diesem Artikel