Späte Treffer bringen YB den Derby-Sieg

Guillaume Hoarau war der Matchwinner im Berner Derby
Guillaume Hoarau war der Matchwinner im Berner Derby © KEYSTONE/ANTHONY ANEX
Der FC Thun bleibt im Berner Derby gegen die Young Boys für einen grossen Effort unbelohnt. Joker Guillaume Hoarau wird für YB in der Nachspielzeit mit seinem Treffer zum 3:2 zum Matchwinner.

Regelmässige Beobachter der Super League dürften sich bei den Spielen der Young Boys zuletzt stark an den Holywood-Film «Und täglich grüsst das Murmeltier» erinnert gefühlt haben. Gegen Thun lieferte der Leader einen weiteren Beweis für die derzeitige Überlegenheit in der hiesigen Meisterschaft. Zweimal ging Thun in Führung, zweimal schlug YB zurück. Das entscheidende Tor blieb Guillaume Hoarau bei seinem Comeback nach überstandener Knöchelverletzung vorbehalten. Der Franzose traf in der 92. Minute nach einem Freistoss per Kopf.

Thuns Coach Marc Schneider hatte vor dem Derby durchblicken lassen, dass er sich einen speziellen Matchplan für das Spiel gegen die Young Boys ausgedacht hatte. Schneider liess mit einer Dreierabwehr spielen, die bei gegnerischem Ballbesitz zu einer Fünferabwehr umfunktioniert wurde. Es war sein Versuch, die torgefährlichste Super-League-Offensive in Schach zu halten. Schneiders Strategie schien lange Zeit aufzugehen, im Schlussspurt fehlte den Thunern wie zuletzt auch schon dem FC Basel allerdings die Power, um körperlich dagegen zu halten.

In den Startminuten war den Thunern anzumerken, dass sie nicht im gewohnten System agierten. YB brachte sich in den ersten 20 Minuten einige Male in gute Abschlussposition, ohne diese allerdings auszunutzen. Mit Fortdauer der ersten Halbzeit griffen die Rädchen im Thuner Abwehrverbund allerdings immer besser ineinander. Sechs Minuten vor der Pause brachte Marvin Spielmann den Aussenseiter mittels schönem Schlenzschuss aus 20 Metern sogar in Front.

Die Young Boys sparten sich ihre Reaktion einmal mehr für den zweiten Durchgang auf. Miralem Sulejmani glich mit seinem 6. Saisontreffer für YB erstmals aus. Auf die neuerliche Führung Thuns durch Kevin Bigler (69.), der im 58. Super-League-Spiel erstmals traf, fanden die Young Boys vorerst keine Antwort. Es brauchte ein Eigentor von Miguel Rodrigues – der 22-Jährige Verteidiger wollte ein Flanke klären, traf den Ball aber unglücklich mit dem Schienbein, von wo aus der Ball ins eigene Tor sprang -, um erneut auszugleichen. Dann folgten die Nachspielzeit, der Freistoss von Sulejmani und der Kopfball von Hoarau.

Young Boys – Thun 3:2 (0:1)

27’314 Zuschauer. – SR Jaccottet. – Tore: 39. Spielmann 0:1. 56. Sulejmani 1:1. 69. Bigler 1:2. 84. Rodrigues (Eigentor) 2:2. 92. Hoarau 3:2.

Young Boys: Von Ballmoos; Seydoux, Camara, Lauper, Benito; Fassnacht, Sanogo, Aebischer (79. Bertone), Sulejmani; Nsame (70. Hoarau), Assalé (73. Moumi Ngamaleu).

Thun: Faivre; Glarner, Gelmi, Rodrigues; Tosetti, Fatkic (57. Bigler), Hediger, Karlen, Joss (71. Facchinetti); Spielmann (77. Salanovic), Sorgic.

Bemerkungen: Young Boys ohne Mbabu (gesperrt), Von Bergen, Sow, Wüthrich und Lotomba (alle verletzt). Thun ohne Stillhart, Sutter (gesperrt), Costanzo, Hunziker, Righetti (alle verletzt). Verwarnungen: 9. Hediger (Foul). 19. Lauper (Foul). 20. Tosetti (Foul). 23. Spielmann (Foul). 24. Sulejmani (Unsportlichkeit). 67. Karlen (Foul).

(SDA)


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