FCSG - FC Luzern

Luzern-Fans trotz Sperre im Stadion – das sagt der FCSG

08.08.2023, 15:42 Uhr
· Online seit 08.08.2023, 11:27 Uhr
Nach den Ausschreitungen im Mai dieses Jahres wurden die Gästesektoren des FC St.Gallen und FC Luzern für die Spiele der laufenden Saison geschlossen. Trotz dieser Massnahme haben hunderte Luzerner Fans am Sonntag die Reise nach St.Gallen angetreten und befanden sich – in einem anderen Sektor – im Kybunpark.
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Die ultimative und nicht verhandelbare Massnahme, den Gästesektor für das Spiel gegen Luzern zu schliessen, habe den FCSG über die Grenzen des organisatorisch Machbaren hinausgeführt, teilt der Club am Dienstag mit.

Quelle: TVO

«Das verurteilen wir aufs Schärfste»

«Die Anreise der grösseren Fangruppe aus Luzern war nicht zu verhindern, da wir als privater Veranstalter dafür keinerlei rechtliche Handhabe besitzen», so der FCSG. Nachdem klar war, dass Personen aus dem Luzerner Umfeld auf legalem Weg Tickets mitten in den St.Galler Sektoren und Sitzreihen erworben hatten, nahmen die Verantwortlichen eine Umgruppierung dieser Fans in den Sektor B3 vor. Damit sollte «eine Durchmischung verhindert werden».

Das Problem nur: Trotz intensiver Gespräche und Anstrengungen im Vorfeld und vor Ort, haben Luzerner Fans nicht auf das Abbrennen von Pyros – in unmittelbarer Nähe der «neutralen Zuschauer» und Familien – verzichtet. «Das verurteilen wir aufs Schärfste», meint der FCSG dazu.

Stadionbesucherinnen und Stadionbesucher reagieren

Auf die Tatsache, dass sich FCL-Fans im Sektor B3 aufhielten, welcher auch als Familiensektor gilt, reagieren auch Stadionbesucherinnen und Stadionbesucher im Forum des FCSG. «Wenn ich als Familienvater mit kleinen Kindern neben einem ‹feindlichen› Fanblock sitzen muss, ohne irgendwelche Sicherheitsmassnahmen, dann ist es einem verständlicherweise nicht wohl», meint etwa ein User.

Ein anderer Nutzer schildert eine Situation nach dem Abpfiff: «Am Spielende ist es dann in den obersten Reihen zu einer kleinen Eskalation gekommen. Man darf halt nicht provozieren, wenn man direkt neben den anderen Fans sitzt.»

Der FCSG schreibt in der Mitteilung vom Dienstag: «Unsere Sicherheitscrew reagierte schon vor und während der Partie proaktiv und hat mehrere Familien in andere Sektoren und Bereiche umplatziert. Leider war dies aufgrund des fast ausverkauften Stadions nicht überall möglich.»

Sachbeschädigungen auf Regelzügen

Die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und Polizeidirektoren (KKJPD) will die organisierte Anreise der FCL-Fans nicht tolerieren, wie sie am Dienstag mitteilt.

Problematisch sei insbesondere, dass die Luzerner Fans Pyros in einem «neutralen» Sektor gezündet hätten und es bereits bei der Anreise auf Regelzügen zu Sachbeschädigungen und unangenehmen Situationen gekommen sei.

Keine sofortigen Massnahmen

Aber: «Trotz dieses inakzeptablen Verhaltens einer kleinen Gruppe von Anhängern des FC Luzern sehen die Bewilligungsbehörden davon ab, unmittelbar weitere Massnahmen zu ergreifen», so die KKJPD. Stattdessen wird an die Eigenverantwortung der Fans appelliert.

Wenn das nicht funktioniert, werden weitere Massnahmen ergriffen werden. Im Gespräch mit PilatusToday und Tele 1 verdeutlicht die Co-Präsidentin der KKJPD, Karin Kayser-Frutschi: «Wir reden hier beispielsweise von geschlossenen Heimsektoren und Geisterspielen.»

«Unser Ziel ist es, dass es friedliche und gewaltfreie Spiele ohne Gefährdung von anderen gibt», so Kayser-Frutschi weiter. Es gäbe verschiedene Spielregeln, die von allen Parteien eingehalten werden müssen. Sie spielt dabei den Ball unter anderem auch den Fanverantwortlichen respektive Fanorganisationen zu.

Einfluss auf personalisierte Tickets

Die Bewilligungsbehörden erinnern ausserdem daran, dass die Umsetzungsphase der Massnahmen des Projekts «Biglietto+» läuft, bei der sich die Fangruppierungen einbringen können. Dabei geht es unter anderem um die Einführung von personalisierten Tickets.

«Das Verhalten der Fans in der laufenden Saison wird einen Einfluss auf die Ausgestaltung des definitiven Massnahmenkatalogs haben», meint die KKJPD abschliessend.

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veröffentlicht: 8. August 2023 11:27
aktualisiert: 8. August 2023 15:42
Quelle: FM1Today

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