Stéphane Rossini leitet künftig Bundesamt für Sozialversicherungen

Zurück in Bundesbern: Vier Jahre nach Abschluss seiner Nationalratskarriere wird der Unterwalliser SP-Politiker Stéphane Rossini künftig als Direktor des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV) amten. (Archivbild)
Zurück in Bundesbern: Vier Jahre nach Abschluss seiner Nationalratskarriere wird der Unterwalliser SP-Politiker Stéphane Rossini künftig als Direktor des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV) amten. (Archivbild) © KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER
Der neue Direktor des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV) heisst Stéphane Rossini. Innenminister Alain Berset hat den 55-Jährigen, der 2015 den Nationalrat präsidierte, am Mittwoch den Medien vorgestellt. Rossini tritt das Amt am 1. Dezember an.

Der Bundesrat ernannte Rossini zum Nachfolger von Jürg Brechbühl, der im Januar seinen Rücktritt auf Ende Jahr angekündigt hatte. Brechbühl leitete das BSV seit 2012 und hat in dieser Zeit zahlreiche wichtige Reformprojekte begleitet.

Der Nachfolger ist ebenfalls kein Unbekannter in Bundesbern. SP-Politiker Rossini war zwischen 1999 und 2015 Mitglied des Nationalrats und sass unter anderem in der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit. Zum Abschluss seiner Parlamentskarriere präsidierte er die grosse Kammer.

Im Frühjahr 2017 erlitt der Politik- und Sozialwissenschaftler eine seiner wenigen politischen Niederlagen. Bei den Walliser Staatsratswahlen musste Rossini mit dem siebten und letzten Platz vorlieb nehmen. Sechs Jahre zuvor war er in der SP-internen Ausmarchung um die Nachfolge von Bundesrätin Micheline Calmy-Rey unterlegen. Er zog den Kürzeren gegen Pierre-Yves Maillard und – Alain Berset.

Zurzeit präsidiert Rossini das Schweizerische Heilmittelinstitut (Swissmedic) und die Eidgenössische Kommission für die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung. Diese Funktionen wird er mit Amtsantritt als Direktor des BSV auf Ende November aufgeben. Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) wird das Präsidium des Institutsrats von Swissmedic zur Neubesetzung ausschreiben.

Rossini ist Autor von zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten über den Schweizer Sozialstaat betreffend Sozialhilfe, Sozialversicherungen und Gesundheitswesen – eine gute Basis für den neuen «Monsieur AHV». Zusammen mit Sozialminister Berset wird der neue BSV-Chef eine wichtige Kraft für einen erneuten Anlauf zur Reform der Altersvorsorge sein.

«Es warten grosse Herausforderungen in den nächsten Jahren», sagten denn auch Berset und Rossini unisono. Er werde versuchen, den sozialen Zusammenhalt in der Schweiz zu stärken, sagte der designierte Chef des Bundesamts. Es gehe um Glaubwürdigkeit, Nachhaltigkeit und gute Zusammenarbeit.

Als Direktor des Bundesamts für Sozialversicherungen überwacht Rossini künftig einen Fünftel des jährlichen 70-Milliarden-Franken-Budgets des Bundes. Er ist Chef von über 300 Mitarbeitenden.

(SDA)


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