Verfahren gegen Schweizer Salinen eingestellt

Für den Austritt von Solewasser auf einem stillgelegten Bohrloch in Muttenz BL trifft die Schweizer Salinen AG keine Schuld. Das Strafverfahren wurde eingestellt. (Archiv)
Für den Austritt von Solewasser auf einem stillgelegten Bohrloch in Muttenz BL trifft die Schweizer Salinen AG keine Schuld. Das Strafverfahren wurde eingestellt. (Archiv) © Keystone
Die Schweizer Salinen AG trifft für den spektakulären und umweltschädigenden Soleaustritt vom Juni 2017 keine Schuld. Die Baselbieter Staatsanwaltschaft hat deshalb das Strafverfahren gegen Verantwortliche des Unternehmens eingestellt.

Ermittelt worden war nach dem Vorfall wegen Widerhandlung gegen das Umweltschutz- und Gewässerschutzgesetz. Die Staatsanwaltschaft kommt nun zum Schluss, dass die Freisetzung der Sole für die Schweizer Salinen AG nicht vorhersehbar war. Eine strafrechtliche relevante Verletzung der Sorgfaltspflicht habe nicht festgestellt werden können, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit.

Zugetragen hat sich der Zwischenfall am 13. Juni um 9.40 Uhr. Aus einem 2009 stillgelegten Salzabbau-Rohrloch traten nach Angaben der Staatsanwaltschaft rund 500 Kubikmeter Sole aus. Früher war gar von 1000 Kubikmeter die Rede gewesen.

Der Druck des Salzwassers war so gross, dass die Schachtabdeckung aus Metall hochgedrückt wurde und sich eine rund 25 Meter hohe Sole-Fontäne bildete. Das teils vernebelte Salzwasser schädigte die Umwelt und führte in betroffenen Gewässer zu einem Fischsterben.

Zum Schluss, dass die Vorgänge in den Kavernen für die Schweizer Salinen AG nicht vorhersehbar waren, kam nicht nur die Baselbieter Staatsanwaltschaft. Auch die vom Unternehmen in Auftrag gegebenen Untersuchungen zweier spezialisierter Firmen kamen zum gleichen Ergebnis – unabhängig voneinander, wie die Staatsanwaltschaft festhält.

Die durch den Soleaustritt entstandenen Schäden hat die Schweizer Salinen AG gemäss dem Communiqué inzwischen wieder gut gemacht. So seien der betroffene Boden und Bäume sowie der Fischbestand ersetzt worden. Die betroffenen Pächter seien zudem so weit möglich für den Ernteverlust entschädigt worden.

Auslöser der Salzwasserfontäne war früheren Angaben zufolge für den Salzabbau eingesetzter Stickstoff, der sich im Bohrloch angesammelt hatte. Er war nach der Stilllegung des Bohrlochs in einem Hohlraum verblieben.

Nach dem Zwischenfall hat die Schweizer Salinen AG ihre Überwachungs- und Notfallkonzepte angepasst. Das Unternehmen mit Sitz in Pratteln BL befindet sich im Besitz der Schweizer Kantone und des Fürstentums Liechtenstein. Pro Jahr stellt es 400’000 bis 600’000 Tonnen Salz her.

(SDA)


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