Für Freiheit und Demokratie

Helldivers 2 ist ein Riesenhit aus dem Nichts – und das zu Recht

28.02.2024, 18:49 Uhr
· Online seit 28.02.2024, 18:45 Uhr
Wie schaffte es Helldivers 2 fast aus dem Nichts in die Topshären der Spielecharts? Das Spiel hat zwar sein ganz eigenes Konzept, doch am Ende ist die Antwort ganz einfach, findet unser Redaktor.
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Es geht doch nichts über ein bisschen Grössenwahn, gepaart mit einer geballten Portion Ironie. Und wenn sich das Ganze dann noch so gut anfühlt und so schön explodiert wie bei Helldivers 2 – dann ist der ganz grosse Spass angerichtet. Und dann klingeln die Kassen beim relativ unbekannten Studio Arrowhead Games.

Rund drei Millionen Kopien hat das Studio mittlerweile verkauft und damit sämtliche Erwartungen übertroffen. Das liegt vor allem daran, dass der neue Koop-Shooter sich Dinge traut, von denen andere die Finger lassen. Aber nicht nur.

Im Namen der Demokratie!

Während Genregrössen wie Call of Duty oder Battlefield in der Regel sehr ernste Angelegenheiten sind, nimmt Helldivers seinen eigenen galaktischen Krieg völlig auf die Schippe und steigert den Patriotismus amerikanischer Prägung ins Lächerliche.

So muss im Spiel die Über-Erde mit all ihren planetaren Kolonien gegen Terminiden (riesige Insektenmonster) und Roboter verteidigt werden. Im Namen der «geführten Demokratie» soll ihnen der Frieden gebracht werden.

Übersetzt heisst das: Es wird ein erbarmungsloser Vernichtungskrieg gegen beide Gegnergruppen geführt. Diese «Demokratie» ist nichts anderes als eine propagandistische Weltraumdiktatur, die alles und jeden unterwerfen will, man ist eigentlich die Bösen.

Eine brillante, überzeichnete Darstellung wahrheitsverklärender Regimes, die wir leider auch in der echten Welt kennen.

Zum Totlachen

Die Spielfiguren schreien etwa: «Sag hallo zur Demokratie!», während sie mit einem riesigen Flammenwerfer ganze Horden von Terminiden zu Tode brutzeln, oder «Wie schmeckt dir die Freiheit?», während ein vollautomatischer MG-Turm sich durch die Reihen der tyrannischen Insekten ballert. Oder wahlweise durch die Reihen der sozialistischen Roboter.

Der Humor zieht sich dabei durchs ganze Spiel – beginnend mit dem Intro, einem Rekrutierungsvideo für die Helldivers-Truppe.

Der überzeichnete Heroismus ist angelehnt an den Film Starship Troopers, an dem sich Helldivers offensichtlich orientiert. Die Helldivers stürzen sich übermotiviert in den Kampf «für die Demokratie», ein Kampf, in dem sie unweigerlich sterben werden.

Das Gameplay überzeugt

Humor alleine würde in der heutigen Spielumgebung jedoch nicht reichen, zumindest nicht zu so einem durchschlagenden Erfolg. Über 400'000 gleichzeitige Spielerinnen und Spieler auf Steam bringen die Server an den Rand der Leistungsfähigkeit. Helldivers übertrifft auch die Zahlen von GTA5 und ist bereits jetzt der stärkste PC-Launch von Sony.

Spielbar ist Helldivers auch auf der PS5 – und Crossplay ist möglich. Das ist der Grundstein des Konzepts: In Gruppen von bis zu vier menschlich gesteuerten Helldivers in den Krieg ziehen, Missionen absolvieren und es so richtig krachen lassen.

Das spricht viele Spieler an, genauso wie die Umsetzung. Schockwellen von Granaten oder vom Unterstützungsraumschiff fühlen sich «echt» an, der Sound ist toll, das Ganze wirkt sehr immersiv.

Helldivers 2 kam fast aus dem nichts

Wie die Zahl hinter dem Namen vermuten lässt, besteht natürlich bereits ein erster Helldivers-Teil. Der erschien vor gut neun Jahren und bewegte sich humoristisch auf der genau gleichen Ebene. Spielerisch aber nicht – man steuert dort aus der Vogelperspektive.

Helldivers wurde zwar grösstenteils positiv aufgenommen, schaffte es allerdings nie in den Gaming-Mainstream, sondern blieb ein Nischenprodukt eines kleinen Studios.

Mit gut drei Millionen verkauften Spielen ist der zweite Teil jedoch ein Riesenerfolg, den die  Arrowhead Game Studios so nie voraussehen konnten. Mit rund 40 Franken handelt es sich um einen sehr günstigen Titel, verglichen mit anderen neuen Spielen.

Die Mischung macht's

Dazu bauen die Entwickler zumindest nicht zentral auf In-Game-Käufe. Zwar besteht die Möglichkeit, innerhalb des Spiels echtes Geld für Zusatzinhalte wie Waffen auszugeben – allerdings sind diese Inhalte auch erspielbar und mehr Variante als Vorteil. Auch das ist ein Unterschied zu Genrekollegen.

Diese Mischung, der Humor, das gute Gameplay, der Koop-Aspekt, der tiefe Preis und die spielerfreundliche Gestaltung machen Helldivers 2 aus. Aber der wichtigste Aspekt ist viel, viel grundsätzlicher. Es ist das Mario-Kart-Prinzip:

Es macht einfach verdammt viel Spass.

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veröffentlicht: 28. Februar 2024 18:45
aktualisiert: 28. Februar 2024 18:49
Quelle: FM1Today

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