Ursache für Helikopterabsturz weiter unklar

Grosseinsatz in Manhattan: Die Ursache des Helikopterabsturzes auf ein Hochhaus war auch am Dienstag unklar.
Grosseinsatz in Manhattan: Die Ursache des Helikopterabsturzes auf ein Hochhaus war auch am Dienstag unklar. © KEYSTONE/EPA/PORTER BINKS
Nach dem Absturz eines Hubschraubers auf ein Hochhaus im New Yorker Stadtteil Manhattan haben die Behörden am Dienstag weiter nach der Ursache gesucht. Ersten Ermittlungen zufolge sass der Helikopter am Montag wegen des schlechten Wetters fest.

Er konnte von einem einem Startplatz an der Westküste Manhattans zunächst nicht aufsteigen, wie die «New York Times» unter Berufung auf Behördenkreise berichtete. Dann sei der Pilot aber trotzdem gestartet – und elf Minuten später bruchgelandet.

Nach Einschätzung des New Yorker Bürgermeisters Bill de Blasio scheint der Pilot massgeblich für den Absturz verantwortlich zu sein, auf einen Terrorangriff gebe es keinen Hinweis.

«Es könnte etwas Persönliches sein, es könnte etwas gewesen sein, was seine Psyche beeinflusste, oder, sie wissen schon, Substanzen», sagte de Blasio am Montag dem Nachrichtensender CNN. Noch wisse man nichts Genaues. Einen technischen Defekt halte er für wenig wahrscheinlich.

Ein Mensch war bei dem Unglück ums Leben gekommen, es bestehen kaum Zweifel, dass es sich bei ihm um den Piloten handelte. Auf Bildern waren Trümmer des völlig zerstörten Hubschraubers zu sehen. Untersucht wird, ob der Pilot versuchte, auf dem Dach des Hochhauses notzulanden.

Nach dem Absturz brach ein Feuer aus, das die Feuerwehr jedoch schnell löschen konnte. Hunderte Rettungskräfte waren im Einsatz. Zum Zeitpunkt des Absturzes hingen die Wolken so tief über Manhattan, dass die Spitzen der Wolkenkratzer nicht zu erkennen waren. Nach Angaben der Flugaufsichtsbehörde FAA war nur der Pilot an Bord gewesen.

Das Unglück hatte die New Yorker Einsatzkräfte und Bürger auch deshalb in höchste Alarmbereitschaft versetzt, weil sich viele an die Anschläge vom 11. September erinnert fühlten. Bei dem Anschlag islamistischer Terroristen auf das World Trade Center starben im Jahr 2001 knapp 3000 Menschen.

De Blasio sagte, er habe ein im Internet zirkulierendes Video gesehen, das einen unberechenbar fliegenden Helikopter zeige. Bei diesem Hubschrauber habe es sich nach seinen Informationen um die Maschine gehandelt, die kurze Zeit später auf das Dach eines Bürogebäudes gekracht sei.

Merkwürdig sei auch die eingeschlagene Route des Helikopters gewesen. Dieser hatte auf seinem Weg in Richtung Südspitze Manhattans scheinbar eine Kehrtwende gemacht und sei zurück über das Zentrum der Stadt geflogen.

Dafür hätte er laut de Blasio aber eine Genehmigung des Flughafens La Guardia gebraucht, vor allem weil sich dort der streng abgeriegelte Trump Tower befindet. «Bislang, und das sind vorläufige Informationen, haben wir keine Hinweise darauf, dass dieser Pilot um Erlaubnis gebeten hat.»

Nach Polizeiangaben war der Hubschrauber elf Minuten nach dem Start in das 54-stöckige Bürogebäude abgestürzt – in Sichtweite des Times Square. Dabei seien aber keine Trümmerteile auf die Strasse gefallen. Warum der Pilot bei der schlechten Sicht und strömendem Regen überhaupt abgehoben sei, sei «Gegenstand der Ermittlungen».

Bei den – auch bei Touristen sehr beliebten – Hubschrauberflügen über Manhattan kommt es immer wieder zu Zwischenfällen. Aktivisten fordern deshalb schon länger, dass diese Flüge stark eingeschränkt werden müssten.

(SDA)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 500 Zeichen