Puerto Rico vor Gouverneursrücktritt ohne Nachfolge

Nur noch bis am Freitagmittag im Amt: Puerto Ricos umstrittener Gouverneur Ricardo Rosselló. (Archivbild)
Nur noch bis am Freitagmittag im Amt: Puerto Ricos umstrittener Gouverneur Ricardo Rosselló. (Archivbild) © KEYSTONE/AP/CARLOS GIUSTI
Das US-Aussengebiet Puerto Rico steuert auf ein Machtvakuum an der Spitze der Karibikinsel zu. Einen Tag vor dem angekündigten Rücktritt von Gouverneur Ricardo Rosselló ist die Nachfolge noch immer ungeklärt.

Sein nominierter Nachfolger Pedro Pierluisi wurde am Donnerstag zunächst vom Kongress nicht bestätigt. Der Senat setzte für kommenden Montag eine Anhörung von Pierluisi an.

Sollte es bis zu Rossellós Rücktritt am Freitagnachmittag (Ortszeit) keinen vom Kongress gebilligten Vizegouverneur geben, müsste Justizministerin Wanda Vázquez vorübergehend die Regierungsgeschäfte übernehmen. Sie steht allerdings wegen Korruptionsvorwürfen selbst in der Kritik und hat bereits erklärt, kein Interesse an dem Posten zu haben.

Nach massiven Protesten hatte Gouverneur Rosselló zuletzt seinen Rücktritt angekündigt. Zuvor hatten Journalisten Protokolle aus einer privaten Chat-Gruppe veröffentlicht. Darin hatten Rosselló, sein Vize Luis Rivera und zehn weitere Vertraute Nachrichten geschrieben, die als frauen- und schwulenfeindlich sowie respektlos gegenüber den zahlreichen Opfern des verheerenden Hurrikans María von 2017 empfunden wurden.

(SDA)


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