«Warum werden die Bauern unterstützt?!»

Wegen der Trockenheit haben die Bauern zu wenig Futter für ihre Tiere. Der Bund will sie deshalb unterstützen. (Themenbild)
Wegen der Trockenheit haben die Bauern zu wenig Futter für ihre Tiere. Der Bund will sie deshalb unterstützen. (Themenbild) © iStock
Der Bund hat entschieden, den Bauern wegen der Trockenheit unter die Arme zu greifen. Der St.Galler Bauernverband begrüsst diesen Entscheid, aber nicht alle haben dafür Verständnis.

Weil das Futtermittel wegen der Trockenheit in der Schweiz und im Ausland knapp wird, müssen die Bauern mehr dafür bezahlen. Landwirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann hat am Montag entschieden, die Bauern zu unterstützten und will unter anderem die Zölle auf das ausländische Heu senken. Das sorgt zum Teil für Kritik.

«Hauptsache, die Bauernkasse stimmt»

Liest man die Kommentare auf FM1Today, wird schnell klar, dass nicht alle mit der Entscheidung des Bundes einverstanden sind. «Warum werden die Bauern unterstützt und warum werden keine KMU oder Autozulieferer wegen des Dieselskandals oder der Aufhebung des Euro-Mindestkurses unterstützt?», schreibt ein Leser. «Was unternimmt Schneider-Ammann gegen das «Lädelisterben» und das Vordringen des Online-Handels aus China und den USA?». Weiter meint der Leser: «Wie entlassene Mitarbeiter überleben, ist offenbar egal. Hauptsache, die Kasse der ‹Bahnhofbauern› stimmt.»

Diese Meinung teilen andere Leser, wie dieser Kommentar zeigt: «Genau die Bauern werden unterstützt… Die Bauern, die alles Billige aus dem Ausland kaufen und die Handwerker im Dorf nicht unterstützen.»

Unterstützung gerechtfertigt

Peter Nüesch, Präsident des St.Galler Bauernverbandes, kann diese Haltung nicht verstehen. Laut ihm ist eine Unterstützung in einer solchen Ausnahmesituation gerechtfertigt. «Es ist das Wetter, quasi eine höhere Gewalt, die massiv eingreift in die Landwirtschaft. So etwas ist nicht vorhersehbar. Es ist extrem wichtig, dass die Bauern, die ja mit der Natur zusammenarbeiten, wegen der Trockenheit unterstützt werden.»

Keine grossen Beträge und kein Heu

Eine allzu grosse Unterstützung seien die Zollentlastungen auf ausländisches Heu aber nicht. «Es ist sicher zu begrüssen, dass der Bund der Forderung des Bauernverbandes nachkommt», sagt Nüesch. «Es sind jedoch keine grossen Beträge, die der Bauer durch die gesenkten Zölle sparen kann.»

Ausserdem gebe es noch ein grösseres Problem. «Weil es momentan in ganz Europa zu trocken ist, hat es auch im Ausland zu wenig Heu. Momentan kann man kaum Heu kaufen», erklärt der Bauernverband-Präsident.

Situation macht den Bauern Angst

Wirklich etwas dagegen tun könne man nicht. Man könne nur hoffen, dass sich die Lage baldmöglichst entspannt. Dass es aber nicht danach aussieht, bereitet den Bauern grosse Sorgen. «Die Angst schwingt täglich mit. Die Wetterprognose ist für uns weiterhin schlecht, denn es bleibt vorläufig trocken. Somit verschärft sich die Situation jeden Tag. Damit unsere Tiere genug Futter bekommen, muss es baldmöglichst länger regnen.»

(kov)


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