Was machen bei einem Skiunfall?

Was machen bei einem Skiunfall?
© St. Galler Tagblatt
Dieses Wochenende erwartetet uns viel Sonnenschein. Für Schneesport-Fans die perfekte Gelegenheit, auf die Piste zu gehen. Doch wenn zahlreiche Ski- und Snowboardfahrer den Hang heruntersausen, kann es zu Unfällen kommen – was dann?

Ein Kind versucht im Stemmbogen den steilen Hang herunter zu fahren. Plötzlich rast ein Skifahrer um die Kurve, sieht das Kind nicht und fährt in es hinein. «Das ist kein typischer Schweizer Skiunfall», stellt Ralph Sutter, Suva-Leiter für Unfall- und Militärversicherung, fest. Die meisten Unfälle auf der Piste seien nämlich selbstverschuldet. Eine Skifahrerin verdreht sich das Knie oder ein Snowboarder verletzt sich das Handgelenk: So lesen sich die Schweizer Schneesportunglücke normalerweise. Jährlich passieren etwa 65’000 Schneesportunfälle. Aktuell ist sogar jede vierte Meldung bei der Suva ein Schneesportunfall. «Das schöne Wetter lockt uns in die Berge», sagt Sutter.

Weitere Zusammenstösse verhindern

Wenn ein Dritter einen Sturz oder eine Kollision beobachtet hat, solle er an den Unfall heranfahren und die Stelle sichern, sagt Samuli Aegerter, Suva-Kampagnenleiter Schneesport. Die Ski oder das Snowboard können dafür oberhalb der Stelle in den Schnee gesteckt werden. «Das Sichern ist sehr wichtig, damit es nicht zu einer weiteren Karambolage kommt», so Aegerter. Anschliessend umgehend den Pistenrettungsdienst über 144 alarmieren.

Hier hat jemand die Unfallsicherung richtig gemacht. Bild:St. Galler Tagblatt

Hier hat jemand die Unfallsicherung richtig gemacht. (Bild: St. Galler Tagblatt)

Wer die Schuld des Zusammenstosses trägt, ist eine komplizierte Angelegenheit. War der Skifahrer unvorsichtig unterwegs und muss haften? Oder hat das Kind im toten Winkel angehalten und konnte vom Skifahrer schlicht nicht gesehen werden? Grundsätzlich gelten die sogenannten FIS-Regeln, die international das Verhalten auf der Piste vorgeben. So hätte in diesem Fall der von hinten kommende Skifahrer die Fahrspur so wählen sollen, dass er den vor ihm fahrenden Schneesportler nicht gefährdet. Das Kind hingegen sollte nicht an einer unübersichtlichen Stelle anhalten. Doch: Unfälle auf der Piste seien in der Regel keine strittige Angelegenheit, klärt Ralph Sutter von der Suva auf. Nur äussert selten werde die Polizei beigezogen.

Prävention statt Unfall

Wenn der Verletzte nicht mehr im Schnee liegt und gesundheitlich versorgt worden ist, kommen andere Fragen auf. Meistens verursachen Unfälle auf der Piste hohe Kosten. Wenn der Betroffene eine obligatorische Unfallversicherung besitzt, muss er über den Arbeitgeber den Schaden melden. Dann übernehme die Versicherung in den meisten Fällen die Heilbehandlung und zahle Taggeld, falls es zu Arbeitsausfällen kommt, sagt Sutter von der Suva. Eine gänzliche Verweigerung der Kosten sei ihm nicht bekannt, höchstens eine Kürzung von Leistung wegen groben Selbstverschulden. Jedoch gibt es auch Personen, die über keine Unfallversicherung verfügen. Sie sind über die Krankenkasse versichert, die aber deutlich weniger Leistungen übernimmt.

Die grösste Unfallversicherung der Schweiz setzt auf Prävention, so dass Schneesportunfälle gar nicht erst passieren. «Ein schönes Schneewochenende ist nur dann wirklich schön, wenn man am Sonntag wieder heil heimkehrt», sagt Samuli Aegerter, Suva-Kampagnenleiter Schneesport. Deshalb empfiehlt die Suva, den Schneesport-Check zu machen, um die persönlichen Stärken und Schwächen bezüglich Skifahren herauszufinden.

Der zehnminütige Schneesport-Check von Suva ist wie eine Umfrage aufgebaut. Es werden beispielsweise Fragen zu den Skills, der Ausrüstung und der Erfahrung gestellt. Wenn alle Fragen beantwortet sind, wird der Teilnehmer einem Schneesporttyp zugeordnet. Die Suva gibt entsprechend den evaluierten Schwächen Tipps, um auf der Piste für andere keine Gefahr zu sein.

(lou)


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