«Wir haben ein mulmiges Gefühl»

Die Kirschessigfliege macht die Trauben unbrauchbar.
Die Kirschessigfliege macht die Trauben unbrauchbar. © TVO
Die Kirschessigfliege ist nicht mal fünf Millimeter lang, sorgt aber für grosses Unheil bei den Winzern. Den ganzen Sommer lang hat es so ausgesehen, als würden sie nicht kommen. Jetzt wird die Rekordernte doch noch bedroht.

Markus Frei, Betriebsleiter Engelwy, hat ein mulmiges Gefühl wenn er seine Trauben kontrolliert. Seit ein paar Tagen tauchen auf seinem Rebberg in Üsslingen immer mehr Kirschessigfliegen (kurz Kef) auf. Ungünstiger könnte der Zeitpunkt nicht sein, denn Markus Frei hat nach diesem Super-Sommer mit einer Rekordernte gerechnet. «Wenn die Trauben einen rötlichen Stich haben und leicht eingefallen sind, könnte das ein Kef-Befall sein», sagt Frei.

Schädlinge sind spät dran

«Vor zwei Wochen haben wir noch gesagt: Jawohl, dieses Jahr haben wir kein Problem. Und jetzt haben wir auf einmal ein mulmiges Gefühl», sagt Frei. Er überprüft deshalb mit Fliegenfallen die Population der nervigen Schädlinge. Sie sind dieses Jahr nämlich aussergewöhnlich spät dran.

Fliegen haben gerne schlechtes Wetter

Dass die Fliegen spät dran sind, ist auch Markus Hardegger, Leiter Weinbau St.Gallen, aufgefallen. Grund dafür sei der warme Sommer: «Zu viel Sonne hat die Fliege nicht gern. Sie hat schlechtes Wetter gern. Das hatten wir bekanntlich überhaupt nicht.» Ein Problem sieht Hardegger mit dem jetzigen Befall aber noch nicht. Weil die Wimmet früher wie sonst angefangen hat, konnten schon viele Trauben gerettet werden. Ganz im Gegenteil zum Jahr 2014, dort zerstörten die Schädlinge ganze Ernten. Legt die Fliege ein Ei in die Traube riecht diese nach Essig und ist unbrauchbar.

Seit dem erforscht die Landwirtschaft den Schädling: «Wir kennen die Lebensweise besser, man kann eine Eikontrolle machen. Wenn man viele Fliegen in der Falle hat, bedeutet dies nicht unbedingt viel Schaden», sagt Hardegger.

(red.)


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