Wohin mit all den Zucchetti?

Wachsen wie verrückt! Derzeit wimmelt es von Zucchetti im Garten.
Wachsen wie verrückt! Derzeit wimmelt es von Zucchetti im Garten. © iStock
Eigentlich ist es etwas Wunderschönes, Gemüse vom eigenen Garten pflücken und essen zu können. Wenn jedoch die Anzahl Zucchetti die Zahl der Hausbewohner um ein Vielfaches übersteigt, ist Kreativität gefragt.

Das warme Wetter freut nicht nur die Verantwortlichen in Freibädern und Gelaterias, auch Gemüse spriesst wie verrückt. «Die Bedingungen für Gemüse sind gut, wenn es warm ist, sofern genügend bewässert werden kann», sagt Markus Waber vom Verband Schweizer Gemüseproduzenten. «Einige Bauern haben derzeit das Problem, dass sie auf Zucchetti-Vorräten sitzen.» Einige füttern die Zucchetti ihren Tieren, bringen sie in Biogasanlagen oder müssen sie notfalls entsorgen.

Auch in den Gärten ist es gut möglich, dass vermehrt Zuchetti liegen bleiben. Weil man schlicht nicht nachkommt mit ernten oder weil man in den Ferien ist.

Auch wenn man selbst keinen Garten hat, die Zucchetti sind allgegenwärtig. Hier eine Zucchetti vom Nachbarn, weil man dessen Garten bewässert hat. Dort eine Zucchetti, weil die Mutter noch ungefähr zehn davon im Garten hat. Oder aber man schmeisst eine Grillparty und was bringen die Bekannten: Zucchetti. Weil die Tochter der Schwester des Arbeitskollegen so viele hat. So kommt es, dass man auch ohne Garten eine Überdosis des grünen Stängels besitzt. Diese türmen sich im Kühlschrank wie Holzscheite und warten darauf verarbeitet zu werden.

Damit eure Zucchetti nicht im Kompost landen, haben wir einige Rezepte für euch zusammen gestellt. Und keine Angst, die Zucchetti mit Öl und Salz auf dem Grill ist nicht dabei.

Gegrillte Zucchetti schmecken wirklich gut, kennt aber mittlerweile jeder (Bild: iStock)

Gegrillte Zucchetti schmecken wirklich gut, kennt aber mittlerweile jeder (Bild: iStock)

Zucchetti-Auflauf

Dieses Rezept stammt aus meiner eigenen Küche und kann mit Kohlräbli kombiniert werden, denn auch davon ploppen derzeit immer mehr aus der Erde. Es entstand aus einer Notsituation: Der Kühlschrank war leer, der Magen auch und der Garten voll.

Man braucht:
Zucchetti
Kohlräbli
Rahm
Feta
Reibkäse
Öl

Zubereitung: Gleich zu beginn würde ich den Ofen vorheizen – so um die 180 – 200 Grad Umluft. Dann die Zucchetti in Halbkreise schneiden und die Kohlräbli auch. Alles in eine Auflaufform geben, Öl darüber giessen, mit Kräutern, Salz und Pfeffer würzen. Anschliessend Rahm über alles drüber kippen und das ganze mischen. Zum Schluss kommt noch Reibkäse und Feta in feine Scheiben geschnitten drüber. Das ganze 20-30 Minuten in den Ofen und voilà fertig der Znacht. Für die Fleischvariante kann man zusätzlich zum Feta noch Speckwürfeli auf das Gemüse streuen.

Zucchetti-Auflauf (Bild: iStock)

Zucchetti-Auflauf (Bild: iStock)

Zucchetti-Spaghetti

Dieser gesunden Pasta sagt man auch «Zoodles» und man findet sie vermutlich in jedem Diät-Buch, aber sie schmecken tatsächlich gut und man bringt die Zucchetti los. Zur Verarbeitung der Zucchetti zu Nudeln gibt es extra Küchengeräte, es funktioniert aber auch mit einer normalen Raffel.

Man braucht:
Zucchetti
Wasser
Salz
Je nach Vorliebe Pesto-, Tomatensauce oder einfach ein bisschen Öl und Reibkäse

Zubereitung: Die Zucchetti waschen und mit einem Spiralschneider oder einer normalen Raffel bis zu den Kernen in feine Streifen schneiden. Die Kernen eignen sich nicht, da sie zu weich sind und zerfallen würden. Diese müssen entweder entsorgt oder im besseren Fall für die Sauce gebraucht werden. Die Zucchetti-Streifen eine Minute in kochendes Salzwasser geben und schon hat man die Low-Carb-Variante von Spaghetti. Man kann diese nun entweder mit einer Sauce oder einfach mit Öl, Salz, Pfeffer und Reibkäse geniessen. Für die Low-low-Carb-Variante: Statt Reibkäse Hüttenkäse verwenden (und natürlich kein Öl).

Zucchetti-Spaghetti (Bild: Istock)

Zucchetti-Spaghetti (Bild: iStock)

Zucchetti-Rösti

Ja, man kann fast alles aus einer Zucchetti machen, sogar die von uns Schweizern so sehr geliebte Rösti. Dieses Rezept kommt von Herbula. Weitere Herbula-Rezepte gibt es hier. Jetzt aber erstmal zur Zucchetti-Rösti:

500g Zucchetti (wenn möglich gelbe)
Salz
Schnittlauch
Frühlingszwiebeln
2 Eier
2 EL Mehl
Reibkäse

Zubereitung: Die Zucchetti waschen und mit der Schale raffeln. Anschliessend würzen mit Salz und Pfeffer oder den Gewürzen, die man liebt. Ungefähr fünf Minuten ziehen lassen und dann in einem Sieb oder einem Tuch das Wasser ausdrücken. Die Frühlingszwiebeln und den Schnittlauch in feine Ringe schneiden. Zwei Eier in einer Schüssel verquirlen, zwei Esslöffel Mehl dazugeben, Käse hineinrühren und die Zwiebeln, den Schnittlauch und die Zucchetti unterrühren. Erneut würzen und die Masse in kleinen Häufchen im Öl knusprig braun braten.

Zucchetti-Rösti (Bild:iStock)

Zucchetti-Rösti (Bild: iStock)

Zucchetti-Lasagne

Dieses tolle Rezept stammt von Swissmilk und es ist genau das, was der Name schon sagt: Eine Lasagne aus Zucchetti. Wie bei den Spaghetti werden hier die Pasta-Scheiben durch Zucchetti ersetzt.

Man braucht:
400g Halbfettquark
150g Reibkäse
2 Eier
1 Knoblauchzehe
Salz, Pfeffer
Basilikum
700g Zucchetti

Zubereitung: Den Halbfettquark, 100 Gramm Reibkäse, zwei Eier, eine gepresste Knoblauchzehe, Salz und Pfeffer und Basilikum fein gehackt vermischen, glatt rühren und abschmecken. Dies ist die Füllung der Lasagne. Die Zucchetti samt Schale in lange dünne Scheiben von rund 2 Milimeter schneiden und abwechslungsweise mit der Käsemasse in eine Gratinform schichten. Mit Reibkäse bestreuen und ab in den Ofen. Im 200 Grad vorgeheizten Ofen braucht die Lasagne rund 40 Minuten.

Vegetarische Lasagne mit Zucchetti (Bild: Swissmilk)

Vegetarische Lasagne mit Zucchetti (Bild: Swissmilk)

Zucchetti-Flammkuchen

Man braucht:
180g Crème fraîche
150g Rüebli, gerüstet, gerieben
150g Zucchetti, gerüstet, geraffelt
80g Lauch, gerüstet, in kleine, feine Stücke geschnitten
2-3 EL grob gehackte glatte Petersilie
¼ TL Salz

Zubereitung: Pizza oder Flammkuchenteig kaufen oder selber machen (das Rezept dazu, gibt es hier), Crème fraîche auf dem Teig verteile, anschliessend das Gemüse auf den Teig legen und mit Salz und Pfeffer und Petersilie würzen. Die ungesunde Variante: Man tut am Schluss noch Reibkäse oder Feta drauf, ansonsten ab in den Ofen und während 25-35 Minuten bei 220 Grad backen.

Zucchetti-Pizza (Bild: iStock)

Zucchetti-Pizza (Bild: iStock)

Zucchetti-Raclette-Kuchen

Wow, nur schon beim Namen läuft einem das Wasser im Mund zusammen! Schweizerischer geht es wohl kaum.

Man braucht:
Kuchen- oder Blätterteig
2 dl Milch
3 EL Mehl
3 Eier
Salz und Pfeffer
Kräuter
250g Raclettekäse
1 Bundzwiebel
3 gerade Zucchetti (rund 200g)

Zubereitung: Den Teig auf einem Blech ausrollen, die Milch mit Mehl, Eiern, Salz, Pfeffer und Kräutern verrühren. Den Racelettekäse mit der Röstiraffel reiben und dazugeben. Dasselbe Prozedere mit den Frühlingszwiebeln. Den Guss gut mischen und auf dem Kuchenteig verteilen. Anschliessend werden die Zucchetti in feine Streifen geschnitten oder geraffelt und der Kuchen damit belegt. Im 200 Grad vorgeheizten Ofen rund 30-35 Minuten backen. Auch dieses Rezept haben wir auf Swissmilk entdeckt.

Gefüllte Zucchetti

Dieses Rezept hat mir eine Freundin neulich beim Feierabendbier erzählt, deshalb fehlt es an genauen Angaben. Lasst eurer Kreativität freien Lauf!

Es braucht:
Zucchetti
Hackfleisch
Feta und oder Reibkäse

Zubereitung: Die Zucchetti halbieren und aushöhlen. Das Ausgehölte zusammen mit Hackfleisch, Zwiebeln und Knoblauch braten und würzen. Die Zucchetti mit dem Hackfleisch füllen und Fetascheiben auf die Zucchetti legen. Diese dann im Ofen backen, bis die Zucchetti weiche und der Käse geschmolzen ist.

Gefüllte Zucchetti (Bild: iStock)

Gefüllte Zucchetti (Bild: iStock)

Zucchini süss-sauer

Dieses Rezept stammt von Angela Müller (FM1Today-Redaktorin). Es hilft, Zucchetti rund ein halbes Jahr haltbar zu machen und man kann es sehr gut als Beilage zu Raclette reichen oder in einem Sandwich geniessen. «Meine Schwiegermutter hat mir jeweils eine ‹Hampfel› Zucchetti und das Rezept gebracht», sagt Angela.

Es braucht:
3 kg Zucchini oder Zucchetti
2 Zwiebeln
400g Zucker
0,5 Liter Essig
0,5 Liter Wasser
2 EL Pfefferkörner bunt
3 TL gehäuft Currypulver
Peperoncini

Zubereitung: Für die Zubereitung braucht man viel Geduld, sie dauert nämlich vier Tage. Am ersten Tag werden die Zucchetti in kleine Stücke geschnitten, man kann sie vorher schälen. Die Zwiebeln werden in Ringe geschnitten und unter die Zucchetti-Stücke gemischt. Alles in einer Schüssel mit 2 Esslöffel Salz bestreuen, mischen und einen Tag abgedeckt stehen lassen.

Tag 2: Zucchetti und Zwiebeln mit den Händen ausdrücken und das Wasser weggiessen. In einem grossen Topf Essig, Wasser, 300 Gramm Zucker, Pfeffer und Curry zum Kochen bringen. Die Zucchetti in die Brühe legen und höchstens fünf Minuten kochen lassen. Aus dem Topf nehmen und erneut einen Tag stehen lassen.

Tag 3: Weitere 100 Gramm Zucker darüber streuen.

Tag 4: Alles kurz aufkochen und noch heiss in Gläser füllen. Tipp: Am Schluss können noch Senfkörner hinzugefügt werden.

Eingelegte Zucchetti (Bild: iStock)

Eingelegte Zucchetti (Bild: iStock)

So und wehe jetzt verfault noch irgendwo eine Zucchetti im Garten! Solltet ihr weitere Rezepte haben, dürft ihr sie gerne in die Kommentare schreiben und sie so mit unseren Lesern teilen.

(abl)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 500 Zeichen