Lokale schliessen

Hotel- und Restaurantgäste leiden unter dem Personalmangel

12. Juni 2022, 07:30 Uhr
Schweizweit fehlt es an Köchen und Servicepersonal. Betriebe sehen sich jetzt gezwungen, ihr Angebot einzuschränken. Davon bleiben auch Touristen-Hotspots wie die Rigi nicht verschont.
Das Hotel Rigi-Kulm muss wegen Personalmangel das Angebot einschränken. (Archivbild)
© Keystone

Den akuten Personalmangel im Gastgewerbe bekommen die Gäste überall in der Schweiz zu spüren, denn viele Hotels und Restaurants mussten ihre Leistungen einschränken, das berichtet die «Sonntagszeitung». Dies reiche von verkleinerten Menükarten und kürzeren Öffnungszeiten bis hin zur kompletten Schliessung von Betrieben.

Eingeschränkte Öffnungszeiten auf der Rigi

Es erscheine fast schon bizarr, wenn sich Besucherinnen und Besucher an beliebten Ausflugsorten vor verschlossenen Türen wiederfinden. Betroffen ist auch die «Königin der Berge». Denn selbst auf der Rigi können Gäste das Gastroangebot nur an ausgewählten Tagen nutzen. Am Montag und Dienstag bleibt das Selbstbedienungsrestaurant auf dem Gipfel zu. Das Hotel bedient Gäste sogar nur von Freitag bis Sonntag.

Aufgrund des Fachkräftemangels habe man die Öffnungszeiten verringert, um «die Servicequalität bieten zu können, die unsere Gäste von uns erwarten», heisst es auf der Website des Hotels Rigi-Kulm.

Personalmangel zeigt sich in Servicequalität 

Habe ein Restaurant oder Hotel zu wenig oder nur noch ungelerntes Personal, würden das die Gäste spüren, schreibt die «Sonntagszeitung» weiter. Lange Wartezeiten, ruppige oder ungeschickte Bedienung seien die Folge – etwas, das sich eigentlich kein Lokal leisten könne.

Muss man sich als Gast nun auf schlechtere Servicequalität einstellen? «Es gibt vereinzelte Beispiele, dass die Wartezeiten länger sind als üblich, da die Hoteliers und Hotelièren auch mit reduzierter Anzahl Mitarbeitenden die gewohnte Qualität bieten wollen», sagt Vinzenz van den Berg vom Branchenverband Hotelleriesuisse zur «Sonntagszeitung».

Sichtbar ist der Personalmangel auch auf Arbeitsmarkt. Eine Auswertung des Datenunternehmens X28 zeigt, dass in der Branche momentan 13'481 Stellen ausgeschrieben sind – 4500 mehr als vor Beginn der Pandemie. Wirtinnen und Wirte suchen also Personal. Gefragt sind vor allem Servicefachangestellte, Gastronomie-Fachpersonen, Köche und Chefköchinnen.

(red.)

Quelle: PilatusToday
veröffentlicht: 12. Juni 2022 07:05
aktualisiert: 12. Juni 2022 07:30
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