Zweifelhafte Preise in Billig-Nagelstudios

Von Angela Müller
Qualität hat ihren Preis - herkömmliche Nagelstudios verlangen hohe Preise.
Qualität hat ihren Preis - herkömmliche Nagelstudios verlangen hohe Preise. © Keystone/Archiv
Schöne Nägel, ganz billig: Damit locken Nagelstudios und versprechen gleichzeitig beste Qualität. Das dies nicht aufgeht, ist klar. Die Arbeitsbedingungen in den Studios sind teilweise prekär. Der Kanton St.Gallen setzt auf Kontrollen.

Zum Sommer-Outfit gehören gepflegte Fussnägel und dieser Service ist in den Städten immer günstiger zu bekommen. In St.Gallen ist die Zahl ausländischer Nagelstudios in den letzten Monaten gewachsen, insbesondere in Shopping-Zentren haben in letzer Zeit solche Studios eröffnet.

Die Preise sind dort erstaunlich tief, bedient wird man von asiatischen Nagel-Designerinnen, mit denen man sich zum Teil kaum verständigen kann. Zahlt man beispielsweise für ein neues Fingernagelset bei einem üblichen Nagelstudio zwischen 150 bis 180 Franken, so kostet es hier nur etwa 65 Franken. Gel-Nägel erhält man zum Teil noch billiger.

Traumnägel haben viele Formen: Etwas länger,

Traumnägel haben viele Formen: Etwas länger… (Bild: iStock)

Wochenenweise Arbeit in verschiedenen Salons

Solche günstigsten Kosmetik- und Nagelstudios sind oft in den Händen asiatischer Anbieter. Diese kommen gleichzeitig auch aus EU-Nachbarländern und besitzen einen Aufenthaltstitel der EU, wie die NZZ am Sonntag schreibt. Ihre Angestellten können als EU-Bürger 90 Tage im Jahr in der Schweiz arbeiten. Viele Angestellten arbeiten «wochenweise in den verschiedenen Salons – zu prekären Lohn- und Arbeitsbedingungen».

«Das Phänomen ist nicht neu. Vor rund acht Jahren hat dies in der Westschweiz begonnen, war dann in Bern, Zürich und Winterthur zu beobachten und nun ist es offenbar auch in der Bodensee-Region angekommen», sagt Steffi Brühlmann, Präsidentin des Berufsverbands Swissnaildesign.ch.

Billige No-Name-Produkte

Brühlmann, die selbst ein Geschäft in Winterthur führt, zweifelt, dass der Service dieser asiatischen Salons durchgehend gut ist. «Oftmals wenden diese Studios billige No-Name-Produkte an, bei denen man nicht weiss, woher sie genau kommen und was sie beinhalten. Bedenken hat sie auch, ob die «hygienischen Grundregeln eingehalten werden.»

Es gibt in der Schweiz keine systematischen Kontrollen. Doch bestimmte Kantone kontrollieren zunehmend den Kosmetikbereich. So zum Beispiel auch der Kanton St.Gallen.

… etwas kürzer … (Bild: iStock)

Kontrolle auch im Kanton St.Gallen

«Einer unserer Kontroll-Schwerpunkte im vergangenen Jahr lag bei der Kosmetik-Branche, inklusive Nagelstudios», sagt Claudia Ruf, Leiterin Arbeitsbedingungen des kantonalen Volkswirtschaftsdepartement. Bei diesen Kontrollen wurden teilweise Abweichungen von den Arbeitsbedingungen festgestellt. Dies betraf insbesondere auch Löhne. Das kantonale Amt verlangte eine «Verbesserung der Arbeitsbedingungen» und auch eine «Nachzahlung der Löhne».

Beim Kanton sieht man jedoch keinen Handlungsbedarf: «Diese Verhandlungen konnten in der Regel bereits erfolgreich abgeschlossen werden, so dass keine weitergehenden Massnahmen bezogen auf die ganze Branche getroffen werden mussten», sagt Ruf.

Nagelstudios spüren die Konkurrenz

Den Druck auf die Preise spüren die angesessenen Nagelstudios: «Ich stelle fest, dass seit etwa drei bis vier Jahren vermehrt Nagelstudios eröffnen, auch viele ausländische», sagt Olga Schneider, Inhaberin von Premium Nails ins Au. Und auch sie warnt: «Die Produkte, die von asiatischen Studios verwendet werden, sind nicht hochwertig.»

… oder etwas bunter! (Bild: iStock)

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